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23 deutsche Millionäre wollen mehr Steuern zahlen

Berlin. So bescheuert kann keiner sein - den Staat auffordern, ihm einen Teil des eigenen Vermögens wegzunehmen. Bei vielen Reichen in Deutschland wird die gestern in Berlin veröffentliche Initiative von 23 Millionären auf Kopfschütteln und Ablehnung stoßen. Aber die Gruppe meint es ernst

Berlin. So bescheuert kann keiner sein - den Staat auffordern, ihm einen Teil des eigenen Vermögens wegzunehmen. Bei vielen Reichen in Deutschland wird die gestern in Berlin veröffentliche Initiative von 23 Millionären auf Kopfschütteln und Ablehnung stoßen. Aber die Gruppe meint es ernst. "Wir haben mehr, als wir brauchen", sagt Initiator Bruno Haas (31), Philosoph und Miterbe eines Familienunternehmens aus Berlin. Die Initiative (www.appell-vermoegensabgabe.de) verlangt wegen der Krise eine befristete fünfprozentige Vermögensabgabe, die in diesem und im nächsten Jahr erhoben werden soll. Sie soll oberhalb eines Freibetrages von 500 000 Euro greifen, bei Betriebsvermögen ab drei Millionen Euro. Ein Millionär müsste 2009 und 2010 also jeweils 25 000 Euro abdrücken. "Deswegen gehen bei uns die Lichter nicht aus", sagt der Berliner Arzt Dieter Lehmkuhl. "Wir sind dann nur ein bisschen weniger reich." Bis zu 50 Milliarden Euro könne das bringen, die für Bildung, Klimaschutz und die Anhebung von Hartz IV eingesetzt werden sollen. wk