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| 09:55 Uhr

Ein mutiges Signal für die Pflege

Im Regierungsviertel ist angekommen, dass es in Pflegeheimen und Kliniken einen dramatischen Mangel an Fachpersonal für die Pflege gibt. Die geplanten Gegenmaßnahmen sind aber halbherzig. Wo sollen die geplanten 8000 neuen Pflegekräfte herkommen, wenn die Heime heute schon ihre vorhandenen Stellen nicht besetzen können? Eva Quadbeck

Im Regierungsviertel ist angekommen, dass es in Pflegeheimen und Kliniken einen dramatischen Mangel an Fachpersonal für die Pflege gibt. Die geplanten Gegenmaßnahmen sind aber halbherzig. Wo sollen 8000 neue Pflegekräfte herkommen, wenn die Heime heute schon ihre vorhandenen Stellen nicht besetzen können?

Mit seinem Vorschlag, Pflegekräfte mit attraktiven Geldprämien zurück in den Job zu locken oder zur Aufstockung der Arbeitszeit zu bewegen, zieht der Pflegebeauftragte der Bundesregierung quasi die Notbremse. Derzeit dreht sich beim Personal eine Abwärtsspirale: Wegen hoher Arbeitsbelastung und psychischen Drucks verlassen mehr ausgebildete Fachkräfte den Job, reduzieren die Arbeitszeit oder müssen sich krankschreiben lassen. Dies wiederum erhöht den Druck auf das verbleibende Personal.

Eine Geld-Prämie ist anfällig für Missbrauch und Mitnahmeeffekte. Sie wäre aber angesichts des Pflegenotstands ein wirksames Signal. Die Prämie bietet die Chance, freie Stellen rasch zu besetzen und so die Situation für die anderen Pflegekräfte zu verbessern. Auch die Idee, den Pflegeberuf durch eine differenzierte Ausbildung vom Assistenten bis zum akademischen Master aufzuwerten, ist zukunftsweisend.