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Ditib wirft Ballast ab

Es war bisher nicht immer eindeutig, ob Ditib bewusst keine Reformen anstoßen will oder der Islamverband dazu schlichtweg nicht in der Lage ist - weil er nur eine Marionette ist. Erdogans Marionette. Ditib ist eng mit der türkischen Regierung verbunden. Und das ganz offensichtlich. Der Ruf aus Ankara kommt stets einem Befehl gleich. Märtyrer-Comics, spionierende Imame, in Soldatenuniform marschierende Kinder in Moscheen. Ditib tat, was Erdogan wollte. Philipp Jacobs

Es war bisher nicht immer eindeutig, ob Ditib bewusst keine Reformen anstoßen will oder der Islamverband dazu schlichtweg nicht in der Lage ist - weil er nur eine Marionette ist. Erdogans Marionette. Ditib ist eng mit der türkischen Regierung verbunden. Und das ganz offensichtlich. Der Ruf aus Ankara kommt stets einem Befehl gleich. Märtyrer-Comics, spionierende Imame, in Soldatenuniform marschierende Kinder in Moscheen. Ditib tat, was Erdogan wollte.


Die Dreistigkeit des Verbands bestand zuletzt darin, uns weismachen zu wollen, dass dem nicht so ist. Man sei eine religiöse Organisation, keine politische, hieß es immer wieder. Als dann aber vor ein paar Wochen der langjährige Generalsekretär und Sprecher des Verbands, Bekir Alboga, kundtat, für Erdogans AKP bei der Parlamentswahl Ende Juni kandidieren zu wollen, fielen wohl auch bei der Ditib einige Kinnladen herunter. Diesen Vorgang konnte man nicht mehr kleinreden. Der Verband trennte sich nun von Alboga. Es ist ein unerwartet klarer Schnitt, der zumindest Hoffnungen auf weitere Reformen macht.