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Kind und Schulfreund getötet
Brutaler Doppelmord von Herne: Urteil erwartet

Beamte der Spurensicherung gehen in ein Haus, in dem Fahnder die Leiche eines Mannes fanden. Foto: Marcel Kusch
Beamte der Spurensicherung gehen in ein Haus, in dem Fahnder die Leiche eines Mannes fanden. Foto: Marcel Kusch FOTO: Marcel Kusch
Bochum. Im Prozess um den Doppelmord von Herne soll das Urteil gesprochen werden. Angeklagt vor dem Landgericht Bochum ist der 20-jährige Marcel H. - er hat gestanden, im März 2017 einen neunjährigen Nachbarsjungen und anschließend einen 22-jährigen früheren Schulfreund umgebracht zu haben. dpa

Die Staatsanwaltschaft hat lebenslange Haft gefordert. Außerdem soll das Bochumer Landgericht die besondere Schwere der Schuld feststellen und sich eine spätere Unterbringung in der Sicherungsverwahrung vorbehalten.



H. hat sich im Prozess nicht zu den Vorwürfen geäußert und auch keinerlei Reaktionen gezeigt. Er hofft auf eine mildere Verurteilung nach dem Jugendstrafrecht. Das wäre möglich, weil er zur Tatzeit noch nicht 21 Jahre alt war.

Die Anklage sprach in ihrem Plädoyer von „schrecklichen Taten“ und einer „grundlosen Ermordung von zwei völlig unschuldigen, jungen Menschen“. Marcel H. habe nach den Morden selbst die Öffentlichkeit gesucht und sich durch die Veröffentlichung von Bildern der Leichen in „menschenverachtender Weise“ über die Opfer ausgelassen. Außerdem habe er während seiner dreitägigen Flucht „ganz erheblich für Angst in der Bevölkerung rund um Herne“ gesorgt.

Nur Vermutungen gibt es zum Motiv. In Betracht kämen Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben, Macht- und Größenfantasien sowie „Befriedigung des eigenen Sadismus und Angeberei“, meint der zuständige Staatsanwalt. H. habe insgesamt 120 Mal auf seine beiden Opfer eingestochen und später sogar versucht, einen Fuß abzutrennen, um ihn im Internet stolz als Trophäe zu präsentieren.