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Sterbehilfe: Union kritisiert Straffreiheit

Berlin. Der Gesetzentwurf zu gewerbsmäßiger Sterbehilfe sorgt weiter für Aufregung in der Union. Der gesundheitspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn, kritisierte, dass Ärzte in Ausnahmefällen bei Beihilfe zum Suizid straffrei bleiben sollen

Berlin. Der Gesetzentwurf zu gewerbsmäßiger Sterbehilfe sorgt weiter für Aufregung in der Union. Der gesundheitspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn, kritisierte, dass Ärzte in Ausnahmefällen bei Beihilfe zum Suizid straffrei bleiben sollen. Die Grenze zwischen Ärzten und Pflegern, die einem Patienten nahestehen, und denen, die es nicht tun, sei schwer zu ziehen, sagte der Gesundheitspolitiker gestern dem WDR in Köln. Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Hubertus Hüppe, forderte gar eine völlige Streichung des Gesetzentwurfs in seiner jetzigen Form. Der Arzt sei die "letzte Bastion für das Leben", sagte er. "Wenn sich der Arzt an der Selbsttötung beteiligen darf, dann verlieren behinderte Personen, Schwerstkranke und alte Menschen den Schutz vor denjenigen, die sie drängen, Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen." Mit dem Gesetz will Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) die gewerbsmäßige Sterbehilfe unter Strafe stellen. Wer mit Suizidbeihilfe Geld verdient, müsste demnach mit bis zu drei Jahren Gefängnis oder einer Geldstrafe rechnen. epd