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Bundesregierung
Rotwein in der „Alterskohorte“

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Wo geht man in Berlin Essen, wenn man Politiker ist? Angela Merkel zieht es manchmal ins Promilokal „Borchardts“. Die Schnitzel dort sollen sehr gut sein. Außenminister Heiko Maas war diese Woche auch außer Haus speisen, und zwar mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Beide saßen zwei Stunden lang im Berliner Feinkostladen „Von und zu Tisch“. Dafür musste die ganze Straße von Sicherheitskräften gesperrt werden. Damit niemand in die Suppe spuckt.


Was macht eingentlich Christian Ströbele? Das Urgestein der Grünen hat ja nach 20 Jahren nicht mehr für den Bundestag kandidiert. Eigentlich müsste er sich darüber ärgern, weil mit dem Einzug der AfD ordentlich Dampf unter der Kuppel ist. Jetzt verriet der inzwischen 78-Jährige, dass er das Parlament trotzdem nicht vermisse. „Ich habe gemerkt, dass mir der Stress zu viel wird.“ Wobei, die sechs Monate Nichtstun, als es noch keine Regierung gab, „das hätte ich auch noch geschafft“, witzelte Ströbele.

Angela Merkel wurde mal wieder gezeichnet. Der niederländische Künstler Erik van Lieshaut malte die Kanzlerin jetzt in gerade mal einer Stunde, nachdem er ein paar Auftritte von ihr verfolgt hatte. Das Porträt mit wulstigen Lippen ist Teil einer von der Bundesregierung 2016 in Auftrag gegebenen Kunstreihe. Merkel, so verriet der Künstler, sei sehr leicht zu malen. „Sie hat ein expressives Gesicht, aber dabei auch etwas Mädchenhaftes.“ Ob sie sich auch so sieht?



Bei der Kabinettsklausur in Meseberg soll die Bundeskanzlerin nicht ganz so lange durchgehalten haben wie andere. Angela Merkel ging dem Vernehmen nach gegen halb zwei ins Bett, der letzte um vier. Es gab viel Rotwein. Ein Insider berichtete übrigens, dass sich die Minister sehr stark „nach Alterskohorte“ zusammengesetzt hätten, also die Jungen und Neuen miteinander und „die alten Hasen“. Die Kanzlerin und ihr Vize seien dann von Tisch zu Tisch gegangen. Regierungsamtliches Speed Dating nennt man das wohl.