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Affäre kurz nach Heirat
Playboy-Model plaudert über Sex mit Trump

Washington. Immer mehr Frauen machen Affären mit dem Milliardär öffentlich. Jetzt laufen ihm die Wählerinnen davon.

Ein neuer Tag, eine neue Affäre des US-Präsidenten. Heute: Karen McDougal. Das Playboy-Model hat am Freitag in einem Exklusiv-Interview des Senders CNN Einzelheiten über eine Sex-Beziehung mit Trump preisgegeben. „Nachdem wir miteinander intim gewesen waren, versuchte er, mich zu bezahlen, und ich wusste wirklich nicht, wie ich das verstehen sollte“, sagte die 46-Jährige. Sie wisse nicht, wie sie ihren Gesichtsausdruck von damals beschreiben solle. „Er muss so traurig gewesen sein.“ Ihre Antwort an den Milliardär sei aber deutlich ausgefallen: „So bin ich nicht. Ich bin nicht diese Sorte von Mädchen.“


Bei Trumps Frau Melania entschuldigte sich McDougal: „Es tut mir leid. Ich würde nicht wollen, dass mir so etwas angetan wird.“ In der Zeit der angeblichen Affäre hatten Trump und Melania geheiratet. Das Weiße Haus hatte mitgeteilt, dass Trump diese Affäre bestreite. McDougal behauptet, mit Trump vor über einem Jahrzehnt eine Affäre gehabt zu haben.

Trump hat derzeit auch mit den „Geständnissen“ anderer Frauen zu kämpfen: So zieht der Skandal um eine Affäre mit der Pornodarstellerin Stephanie Clifford („Stormy Daniels“) weiter Kreise. Auch drei weitere Frauen berichten aktuell von früheren Affären mit Trump oder sexueller Belästigung und führen deswegen einen Rechtsstreit gegen ihn.



Und jetzt laufen dem Präsidenten womöglich auch noch die gläubigen Wählerinnen davon. Sogar ganz Prominente – wie Penny Nance. Dabei schließt die Präsidentin der 1979 gegründeten Organisation „Concerned Women for America“ (Besorgte Frauen für die USA) Trump jeden Tag in ihr Gebet ein, sagt sie selbst. Trumps persönliches Leben aber sei ihr und den meisten der etwa eine halbe Million Mitstreiterinnen, meist weiße konservative Protestantinnen, fremd. Bislang hätten viele über Ehebruch und Sexismus des Präsidenten hinweggesehen. Auch weil er an anderer Stelle Frauen sehr gefördert habe, argumentiert Nance. Etwa mit der Berufung seiner Tochter Ivanka zur Beraterin; mit der Rolle, die Kellyanne Conway in der Regierung spielt, oder mit der Förderung von Sarah Huckabee Sanders, die die erste Mutter als Pressesprecherin im Weißen Haus ist. All das zähle bei den evangelikalen Frauen.

Aber: Mit den Vorwürfen des mehrfachen Ehebruchs, sogar in der Schwangerschaft seiner Frau, flaue die Trump-Begeisterung in dieser Gruppierung messbar ab, zeigt eine aktuelle Umfrage des renommierten Meinungsforschungsinstituts Pew Research Center. Derzeit würden rund 13 Prozent der ehemals 73 Prozent Wählerinnen aus der weiblichen religiösen Rechten Trump nicht mehr ihre Stimme geben. „Vieles, was er sagt oder tut, würden wir unseren Kindern als Beispiele vorhalten, was man nicht tun soll“, umschreibt Carmen Fowler LaBerge, Gastgeberin der Radiosendung „The Reconnect“, die Stimmung

Aber viele der evangelikalen Wählerinnen stehen noch zu Trump – weil er sich klar gegen Abtreibung positioniert habe. Das sagt beispielsweise die Präsidentin des „March for Life“, Jeanne Mancini. Trump habe „eine Menge für das ungeborene Leben getan“. Das sei das „Entscheidende“ – vorerst.