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Perspektive für Muslimbrüder „nicht rosig“

Kairo. Im Machtkampf mit dem Militär setzen die ägyptischen Islamisten auf Massenproteste – doch mit welchen Erfolgsaussichten? Im Folgenden Antworten auf Fragen zur Muslimbruderschaft. dpa

Seit der Absetzung ihres Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär demonstriert die islamistische Muslimbruderschaft permanent. Dabei kommt es immer wieder zu blutigen Zusammenstößen mit Sicherheitskräften. Die internationale Gemeinschaft fordert die Einbindung der Islamisten in den politischen Prozess. In Anbetracht der brisanten Entwicklung in Ägypten erscheint dies aber zunehmend illusorisch.

Was will die Muslimbruderschaft mit ihren Protesten erreichen?

Dass Mursi wieder in sein Amt eingesetzt wird. Doch das Militär ist stark genug, um dieser Forderung zu widerstehen. Zumal auch die Mehrheit der Bevölkerung keine Rückkehr Mursis an die Macht will. Trotzdem hat die Bruderschaft heute zu Protesten mit "einer Million Demonstranten" in Kairo aufgerufen.

Hat die Bruderschaft eine Strategie?

Sie will die friedlichen Proteste ausweiten, sagen ihre Führer. Das heißt, sie wollen Verkehrsknotenpunkte, Ministerien und andere Einrichtungen durch Menschenmassen blockieren. Doch das Militär zeigte bereits, dass es solche Aktionen im Keim ersticken wird.

Wenn die Strategie der Islamisten friedlich ist, warum kommt es immer wieder zu Blutvergießen?

In Ägypten gehören Stöcke, Steine und Brandbomben zum Arsenal der "Straßenkämpfer", die es auf allen Seiten gibt. Bisher haben die Sicherheitskräfte mit exzessiver Gewalt eingegriffen, deshalb die hohe Zahl an Toten.

Die USA, die EU und andere verlangen die Einbindung der Muslimbruderschaft in den politischen Prozess. Wie realistisch ist das?

Nicht sehr. Die vom Militär mit Halbwahrheiten und Desinformationen gefütterten Massenmedien des Landes haben die Organisation weitgehend dämonisiert. Aber auch die Bruderschaft kann nicht mehr zu Kreuze kriechen, ohne ihr Gesicht zu verlieren.

Welche Perspektiven hat die Muslimbruderschaft überhaupt noch?

Keine rosigen. Ihre Protestcamps könnten bald geräumt oder mit der Zeit bedeutungslos werden. Viele ihrer Führer sitzen im Gefängnis. Auch ein Verbot der Organisation droht - dann würde sie wieder in die Illegalität gehen.

Droht dann nicht ein Bürgerkrieg?

Das ist unwahrscheinlich. Aber radikale Fraktionen könnten Terror aus dem Untergrund heraus verbreiten. Für die Wirtschaft des vom Tourismus abhängigen Landes wäre das verheerend.