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Parteien streiten über ihr Verhältnis zum Islam

Berlin. Gehört der Islam zu Deutschland oder nicht? Die Union findet in dieser Frage keine einheitliche Linie. Und das Thema Burka-Verbot bleibt in der Politik ebenfalls umstritten. Agentur

Die Parteien streiten über den Umgang mit dem Islam in Deutschland. Bundestagspräsident Norbert Lammert heizte die Debatte mit der Forderung neu an, Imame sollten hierzulande in Moscheen Deutsch sprechen. "Dass jemand, der in Deutschland tätig ist, auch Deutsch spricht, halte ich für eine schiere Selbstverständlichkeit", sagte der CDU-Politiker der "Welt". Von Grünen-Chef Cem Özdemir kam umgehend Widerspruch. In welcher Sprache gepredigt werde, solle "den Religionsgemeinschaften überlassen bleiben", sagte er der "Welt am Sonntag". Entscheidend sei nicht die Sprache der Predigt, sondern der Inhalt.

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt bezeichnete es als "wünschenswert", dass in der Moschee Deutsch gesprochen werde. Von Verboten halte sie allerdings nichts. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer und CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn unterstützten hingegen Lammerts Position.

Die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Julia Klöckner sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", zum Islam gehörten auch extremistische Strömungen, die bereit seien, gegen Nicht- und Andersgläubige Gewalt einzusetzen, eine Gleichberechtigung von Mann und Frau ablehnten sowie antisemitisch und homophob seien. Der AfD-Vorsitzende Bernd Lucke sagte beim NRW-Landesparteitag: "Der Islam ist den meisten, ich würde sagen, fast allen Deutschen, fremd."

Klöckner bekräftigte ihre Forderung nach einem Burka-Verbot: "Vollverschleierung ist kein Ausdruck religiöser, kultureller Vielfalt." Die Burka stehe für ein abwertendes Frauenbild und für die Unterdrückung der Frauen. Dagegen lehnte Lammert ein Burka-Verbot ab. "Ich sehe da kein dringliches Problem." Die praktische Umsetzung würde vermutlich mehr Probleme schaffen als lösen.