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Millionen für Mali

Addis Abeba/Bamako. Die internationale Gemeinschaft will die afrikanische Militärmission gegen Islamisten in Mali mit 455,53 Millionen Dollar (338 Millionen Euro) unterstützen

Addis Abeba/Bamako. Die internationale Gemeinschaft will die afrikanische Militärmission gegen Islamisten in Mali mit 455,53 Millionen Dollar (338 Millionen Euro) unterstützen. "Danke im Namen Malis, im Namen der ganzen Region und des gesamten afrikanischen Kontinents", begrüßte der malische Übergangspräsident Dioncounda Traoré gestern das Ergebnis der Geberkonferenz in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Zudem hoffe er, in seinem Land bis zum 31. Juli freie und faire Wahlen zu organisieren, kündigte Traoré gestern an. Internationale Beobachter fordern seit langem die schnellstmöglich Rückkehr zur verfassungsmäßigen Ordnung.Den weitaus größten Beitrag zur Finanzierung der afrikanischen Militärmission Afisma wollen die USA mit 96 Millionen Dollar beisteuern. Frankreich, das die malische Armee seit Wochen im Kampf gegen die Extremisten unterstützt, kündigte 47 Millionen Euro an. Es sei Frankreichs Pflicht gewesen, in Mali einzugreifen, sagte Außenminister Laurent Fabius. "Aber wir haben nicht die Absicht, für immer dort zu bleiben." Zu den größeren Geberstaaten gehört mit 20 Millionen Dollar (15 Millionen Euro) auch Deutschland. "Aber die militärischen Bemühungen sind nicht genug, denn um Mali dauerhaft Frieden zu bringen, ist auch ein weiterer politischer Dialog nötig", betonte der Afrikabeauftragte des Auswärtigen Amts, Egon Kochanke, bei der Konferenz. Die Europäische Union hatte bereits am Montag einen Beitrag von 50 Millionen Euro angekündigt. Außerdem will die EU Militärausbilder entsenden. Die Afrikanische Union gibt 50 Millionen Dollar, die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas zehn Millionen Dollar. Viele Länder wollen humanitäre Hilfe leisten, sich jedoch nicht am Militäreinsatz beteiligen.



Die Streitkräfte Malis seien in extrem schlechtem Zustand und brauchen dringend Ausbilder sowie Militärmaterial, sagte der französische General François Lecointre in Brüssel. "Das ist eine sehr verfallene Armee." Lecointre ist Chef der Ausbildungsmission der EU, die ab Mitte Februar in Mali installiert wird.

Die Unterstützung für den Militäreinsatz in Mali bringt Deutschland nach Einschätzung der Bundesregierung nicht in erhöhte Terrorgefahr. Aktuell gebe es keine Erkenntnisse oder Hinweise, die auf eine konkrete Gefährdung deutscher Interessen durch die Militärintervention in dem afrikanischen Staat hindeuten, sagte ein Sprecher des Innenministeriums auf dpa-Anfrage in Berlin. Die Bundeswehr transportiert seit gut einer Woche afrikanische und französische Soldaten in die malische Hauptstadt Bamako. Eine dritte Transall-Maschine startete gestern im bayerischen Landsberg Richtung Einsatzgebiet. Die Bundeswehrtruppe für die logistische Unterstützung soll nach Angaben des Verteidigungsministeriums von derzeit 32 auf 75 Soldaten aufgestockt werden. Deutschland stellt auch Ausrüstung wie Lastwagen und Schutzwesten. Ab März soll sich die Bundeswehr zudem an der EU-Mission zur Ausbildung der malischen Armee beteiligen. dpa



Meinung

Hilfe für ein gespaltenes Land

Von SZ-MitarbeiterRalph Schulze

Krisenländer lassen sich nicht allein durch militärische Einsätze befrieden. Dem Krieg gegen Unrecht und Terror müssen vielmehr auch humanitäre Hilfe, wirtschaftliche Entwicklung, Versöhnung und demokratische Fortschritte folgen. Das ist in Mali nicht anders, wo sich die internationale Gemeinschaft vorgenommen hat, ein "zweites Afghanistan" zu verhindern.

Die Geberkonferenz im äthiopischen Addis Abeba, wo mehrere hundert Millionen Euro Hilfe zugesagt wurden, ist ein guter Schritt in die richtige Richtung. Sie beweist, dass es doch eine ziemlich große Einigkeit gibt, Mali nicht sich selbst zu überlassen.