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Kommentar
Merkels böse Grätsche

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Vorgeprescht – und vorerst wieder eingefangen. Dass Innenminister Horst Seehofer die Vorstellung seines Masterplans zur Umgestaltung der deutschen Asylpolitik vertagen musste, ist eine deftige Watsche für den Bayern. Von Hagen Strauss

Kühl hat Angela Merkel ihm klar gemacht, dass sie den Vorschlag, Flüchtlinge an der deutschen Grenze zurückzuweisen, nicht akzeptieren will. Die Kanzlerin ist dazwischen gegrätscht, weil sie nach wie vor auf eine europäische Lösung der Flüchtlingsfrage hofft. Und die wird es nicht geben, wenn Berlin einseitig Fakten schafft.


Der Minister weiß jetzt, dass es ein Unterschied ist, ob man als bayerischer Ministerpräsident von München aus gegen die Kanzlerin und ihre Flüchtlingspolitik keilt, oder ob man mit am Kabinettstisch in Berlin sitzt und dort in die Disziplin eingebunden ist. Merkel hat Seehofer klar gemacht, dass sie nicht bereit ist, seine Alleingänge zu akzeptieren.