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Kommentar
Raus aus der Hass-Arena

FOTO: SZ / Roby Lorenz
Es wäre nicht schlecht für die Debattenkultur im Land, wenn Robert Habecks Entschluss, Twitter und Facebook zu verlassen, eine „Me-Too“-Bewegung auslösen würde: Raus aus den Hass-Arenen. Nichts anderes sind Twitter und Facebook in politischen Fragen. Von Werner Kolhoff

Hier wird hemmungslos polarisiert, das ergibt sich schon aus dem Aufbau der Systeme. Kurze, schnelle Nachrichten, noch schnellere Antworten. Oft anonym. Es wird nicht argumentiert, es wird gepöbelt. Für Politiker sind diese sozialen Medien eine böse Fettnäpfchenfalle. Habeck hat das schmerzlich gemerkt, genau wie Fußballer Ribéry. Noch immer glauben seriöse Parteien, präsent sein zu müssen. Doch hier werden sie keinen überzeugen. Es sind Echoräume, in denen nur Gift und Galle gespuckt wird. Wer sich rein begibt, verändert sich. Und nicht zum Guten.