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Kommentar Streit um Digitalpakt
Raus aus der Kreidezeit

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Die Lehrer arbeiten mit Smartboards, die Lehrbücher sind demnächst auch digital. So ist das in Estland. Dort gehört das digitale Klassenzimmer zum Bildungsalltag. In Deutschland dagegen müssen sich Schüler im Unterricht mit museumsreifen Computern herumplagen. Von Stefan Vetter

Breitband? W-Lan? Fehlanzeige.


Umso bizarrer wirkt der Streit, den Bund und Länder beim sogenannten Digitalpakt aufführen. Berlin bietet fünf Milliarden Euro an, um die Kreidezeit dort endlich zu beenden, verlangt dafür aber auch die Durchsetzung bestimmter Qualitätsstandards sowie eine hälftige Co-Finanzierung von künftigen Bildungs- und anderen Programmen durch die Länder. Von denen malen einige deshalb jetzt das Gespenst einer zentralistischen „Einheitsschulpolitik“ an die Wand, und alle lehnen die paritätische Finanzierung ab. Nun droht der Pakt grandios zu scheitern. Eltern und Schüler werden da nur den Kopf schütteln. Ihnen ist es herzlich egal, aus welcher Kasse das dringend benötigte Geld genau kommt. Bund und Länder müssen eine Lösung finden. Sonst heißt es: „Setzen, sechs!“