| 20:51 Uhr

Kommentar
Eine Chance für den Euro

KK_Mueller-Meiningen_Julius.jpg
KK_Mueller-Meiningen_Julius.jpg FOTO: SZ / Lorenz, Robby
Italien steckt in einer beispiellosen institutionellen Krise. Während populistische Parteien drastische Veränderungen bis hin zum Euro-Austritt durchsetzen wollen und dabei die Mehrheit der Wähler hinter sich wissen, soll der EU-freundliche Ökonom Cottarelli Italien mit einer Übergangsregierung zu Neuwahlen führen. Von Julius Müller-Meiningen

Kopfschütteln über Rom hilft aber nicht weiter. Im Kern geht es um die Sorge eines Euro-Austritts der drittgrößten Volkswirtschaft in Europa. Das hätte direkte Auswirkungen auf die gesamte europäische Volkswirtschaft. Italien und die EU müssen die Krise als Chance nutzen. Der Euro mag Materie für Experten sein, doch die Politik ist gefragt, den Bürgern die Vorteile und Eigenheiten der Währungsunion näherzubringen. Und auch klar zu machen, wohin ein Euro-Austritt führen würde. Die Diskussion wurde nie geführt. Stattdessen haben die Populisten mit Ängsten und Stereotypen gespielt. Auf dieser Basis können nachhaltige Entscheidungen nicht getroffen werden.