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Trump und die Nato
Der diplomatische Rüpel wird immer rätselhafter

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Die „Methode Trump“ nutzt sich ab. Spätestens seit dem G7-Gipfel in Kanada, als der US-Präsident auf dem Rückflug das Schlussdokument per Twitter kündigte, wissen die Verbündeten, dass sie sich bei ihm auf alles einstellen und mit allem rechnen müssen. Von Detlef Drewes

Die Attacken dieses Mannes beim Frühstückstoast in Richtung Deutschland sind nicht nur eine diplomatische Rüpelhaftigkeit, sie sollen auch verdecken, dass die USA verärgert sind, weil Deutschland und die EU ihr Gas in Russland einkaufen, anstatt das umstrittene Fracking-Gas aus den USA zu importieren. Doch deplatzierte Vorwürfe haben Trump noch nie gestört.


Das war längst nicht das Hauptproblem dieses Nato-Gipfeltreffens. Dem Bündnis macht die Verunsicherung über den Kurs der Vereinigten Staaten zu schaffen. Ein klares Bekenntnis zum gegenseitigen Beistand hat Trump bisher vermissen lassen. Die Hoffnung, er werde in Brüssel seine Richtung für das Treffen mit dem russischen Präsidenten am Montag in Helsinki klar machen, erfüllten sich nicht. So schossen einmal mehr Spekulationen ins Kraut, Trump werde Putin entgegenkommen – in welchen Fragen auch immer. Wie glaubwürdig stünde dann aber eine Allianz da, die sich gerade eben erst für einen engeren Schulterschluss gegen Moskau ausgesprochen hat, während die wichtigste Führungsmacht nur ein paar Tage später einen ganz anderen Kurs einschlägt?