| 21:10 Uhr

Linken-Politikerin Kaufmann wechselt zur SPD

Berlin. Die bisherige Linken-Europapolitikerin Sylvia-Yvonne Kaufmann (Foto: dpa) wechselt nach grundlegenden Meinungsverschiedenheiten mit ihrer Partei zur SPD. "Als Sozialistin und überzeugte Europäerin werde ich künftig in und mit der SPD für ein Europa streiten, das für die Menschen da ist", erklärte sie gestern in Berlin

Berlin. Die bisherige Linken-Europapolitikerin Sylvia-Yvonne Kaufmann (Foto: dpa) wechselt nach grundlegenden Meinungsverschiedenheiten mit ihrer Partei zur SPD. "Als Sozialistin und überzeugte Europäerin werde ich künftig in und mit der SPD für ein Europa streiten, das für die Menschen da ist", erklärte sie gestern in Berlin. SPD-Chef Franz Müntefering zeigte sich erfreut über den Wechsel Kaufmanns, Linken-Chef Oskar Lafontaine reagierte gelassen. Kaufmann, die von 1993 bis 2000 PDS-Vizechefin war, warf der Linken eine "europapolitische Geisterfahrt" vor. Die Partei habe sich mit ihrem Nein zum Lissabon-Vertrag "einbetoniert", sagte sie. Mit "Verbalradikalismus und Fundamentalopposition" könne dem Neoliberalismus nicht begegnet werden.



Die 54-Jährige hielt den Linken zugleich vor, sich nur als Gegnerin der SPD zu definieren. Sie kündigte an, sich weiter in der Europapolitik engagieren zu wollen. Wie dies aussehen wird, ist noch offen. Lafontaine sagte, Kaufmanns Schritt sei nach ihrer gescheiterten Bewerbung für die Europa-Liste der Linken "menschlich verständlich". Er verwies darauf, dass immer noch mehr SPD-Mitglieder zu den Linken wechselten als umgekehrt. Der Bundesgeschäftsführer der Linken, Dietmar Bartsch, bedauerte Kaufmanns Schritt. Er habe "viele Jahre mit ihr um die Erneuerung der Partei gekämpft", sagte er dem "Tagesspiegel". Grünen-Fraktionsvize Jürgen Trittin lobte hingegen Kaufmanns Austritt aus der Linken: "Lafontaines fundamentalistische und sektiererische Ausrichtung der Partei treibt die Linkspartei auseinander." afp