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Kauder will Stichtags-Lösung gegen Frühverrentungswelle

Berlin. Zur Abwendung einer Frühverrentungswelle erwägt die Union bei der Rente mit 63 einen Stichtag für die Anrechnung von Zeiten der Arbeitslosigkeit. Koalitionspolitiker forderten, massenweise Frühverrentungen auf jeden Fall zu verhindern. dpa



Unionsfraktionschef Volker Kauder sagte dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel": "Ich könnte mir vorstellen, dass die Zeiten der Arbeitslosigkeit nur bis zu einem bestimmten Stichtag - zum Beispiel bis zum 1. Juli 2014 - auf die 45 Beitragsjahre angerechnet werden, die zum Bezug der Rente mit 63 berechtigen." So könne man verhindern, "dass Arbeitnehmer mit Anfang 60 ihren Job aufgeben können und die Zeit bis zur Rente mit dem Arbeitslosengeld I überbrücken". Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) warnte davor, nur Arbeitslosenzeiten der Vergangenheit zu berücksichtigen. Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach kritisierte: "Eine Stichtagsregelung, nach der Zeiten der Arbeitslosigkeit bei der Rente ab 63 künftig nicht mehr berücksichtigt werden sollen, wäre die denkbar ungerechteste Reaktion auf die von der Wirtschaftslobby angeheizte Frühverrentungsdebatte."