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Vorfall bei Pegida-Demo
Merkel bekennt sich "ausdrücklich zur Pressefreiheit"

FOTO: REUTERS / Hannibal Hanschke
Am Donnerstag hat sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel in die Diskussion um den umstrittenen Polizeieinsatz gegen ein ZDF-Team in Dresden eingeschaltet und klar Stellung bezogen.

"Das Demonstrationsrecht muss umfassend gewährleistet sein", sagte Merkel am Donnerstag vor Journalisten in Tiflis, wo sie ihre dreitätige Südkaukasus-Reise begann. Wer zu einer Demonstration gehe, müsse aber damit rechnen, dass er von Medien dabei beobachtet und aufgenommen werde.


"Ich will mich da ausdrücklich zur Pressefreiheit bekennen", sagte Merkel. Jeder Demonstrationsteilnehmer müsse die Pressefreiheit berücksichtigen.

Der Vorfall in Dresden hatte sich während des Besuchs von Merkel am Donnerstag vergangener Woche in der sächsischen Landeshauptstadt ereignet. Anhänger der AfD und der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung demonstrierten damals gegen Merkel. Die Kanzlerin sagte dazu in Tiflis, sie habe von der Demonstration in Dresden "kaum etwas" gesehen.



Ein Mitarbeiter des sächsischen Landeskriminalamts (LKA), der privat zu der Kundgebung in Dresden unterwegs war, hatte ein ZDF-Kamerateam verbal attackiert. Danach wurde das Kamerateam etwa eine Dreiviertelstunde lang von der Polizei festgehalten.

Nach dem umstrittenen Vorgehen der Polizisten wollen Mitarbeiter der Sendung "Frontal 21" am Freitag zu einem Gespräch mit der Polizeiführung in Dresden zusammenkommen. Die Einladung dazu war von der Polizeidirektion Dresden ausgesprochen worden. Unklar war zunächst, ob sich beide Seiten im Anschluss zu Inhalt und Ergebnissen äußern.

(felt/AFP/dpa)