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Streit um AKK-Wutrede
Steingart legt gegen das Saarland nach

Wutrede bei „Anne Will“: Die verächtliche Kritik des Journalisten Gabor Steingart (rechts) am Saarland hatte die neue CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer in Rage versetzt.
Wutrede bei „Anne Will“: Die verächtliche Kritik des Journalisten Gabor Steingart (rechts) am Saarland hatte die neue CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer in Rage versetzt. FOTO: dpa / Wolfgang Borrs
Saarbrücken. Die Wutrede von Kramp-Karrenbauer gegen Saar-Kritiker hat Furore gemacht. Jetzt legt ihr Auslöser, Gabor Steingart, nach - und zitiert die Saar-IHK. Von Ulrich Brenner
Ulrich Brenner

Im Streit um die Stärke des Saarlandes und die Leistungen der Saar-Politik mit Annegret Kramp-Karrenbauer hat Ex-Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart nachgelegt. In seinem ,,Steingarts Morning Briefing“, das er über Mail verteilt, schrieb er heute, die Fakten belegten, man könne Kramp-Karrenbauer als zwar „tapfere Frau noch immer bewundern, zum Beispiel für ihre Chuzpe, aber nicht mehr für ihre Wirtschaftskompetenz“. Hintergrund ist ein Streit in der ARD-Sendung „Anne Will“ von Sonntag, bei der sich Kramp-Karrenbauer in einer Wutrede gegen Steingarts Einschätzung gewehrt hatte, die Bilanz des Saarlandes sei „armseilig“.


In seinem Briefing wartet Steingart mit Fakten auf, die am Vortag die Zeitung „Welt“ zusammengetragen hatte. Demnach ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt von 2011 bis 2017 um 9,1 Prozent gestiegen, aber im Saarland in der „AKK-Ära um 0,4 Prozent geschrumpft“, wie Steingart zitiert. 2015 und 2016 hätten die Investitionen im Saarland im Minusbereich gelegen. Und: Das Saarland habe lange auch im Boom zusätzliche Schulden gemacht.

Für einen Podcast, den Steingart in seiner Briefing auch bewirbt, hat er zu diesem Thema Heino Klingen, Hauptgeschäftsführer der IHK interviewt, der die Fakten im Prinzip bestätigt.



Steingart zitiert aber folgende Erläuterungen in seiner Zusammenfassung nicht, die Klingen dort für die Lage im Saarland gibt: Das Saarland sei als Industrieland mit hoher Exportquote extrem davon abhängig, wie die Weltwirtschaft läuft. Die Investitionslücke im Land beruhe auf den geringen öffentlichen Investitionen – und das sei nun mal eine Folge der Haushaltsnotlage. „Wir haben einen Riesensparkurs gemacht“, um nun die Schuldenbremse einzuhalten. Und der Bevölkerungsschwund sei verantwortlich für eine geringe Nachfrage.