| 18:02 Uhr

Kritik an Hetze im Netz
Seehofer und Laschet am Tatort in Münster

Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU), Bundesinnenminister Horst Seehofer und der NRW-Ministerpräsident Armin Laschet legen vor dem Brunnen an der Gaststätte „Großer Kiepenkerl“ in der Altstadt Blumen nieder. Foto: Marcel Kusch
Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU), Bundesinnenminister Horst Seehofer und der NRW-Ministerpräsident Armin Laschet legen vor dem Brunnen an der Gaststätte „Großer Kiepenkerl“ in der Altstadt Blumen nieder. Foto: Marcel Kusch FOTO: Marcel Kusch
Münster. Nach der Amokfahrt von Münster suchen die Ermittler weiter nach Motiv und Hintergründen für die Tat mit drei Toten und mehr als 20 Verletzten. dpa

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) haben der Opfer der Amokfahrt von Münster gedacht.


Der Samstag sei „ein schrecklicher, ein trauriger Tag für die Menschen in Münster“ gewesen, aber auch für ganz Nordrhein-Westfalen und Deutschland, sagte Laschet am Sonntag in der Nähe des Tatorts. Die Gedanken seien bei den Angehörigen der Opfer und den Verletzten, die teils noch um ihr Leben ringen.

Seehofer sprach von einem „feigen und brutalen Verbrechen“. Er sei nach Münster gekommen, um Solidarität und Anteilnahme der Bundesregierung zum Ausdruck zu bringen, „insbesondere der Bundeskanzlerin“. Er dankte Polizei, Sicherheits- und Rettungskräften, die „absolut professionell“ gearbeitet hätten. Auch die Medien lobte der Minister für ihr besonnenes Vorgehen bei der Berichterstattung.

Eine völlige Sicherheit sei nicht möglich, doch man müsse alles versuchen, „um solche Verbrechen, die man gar nicht für möglich halten möchte, in der Zukunft weiter zu mindern oder vielleicht sogar zu verhindern“, sagte Seehofer. Es gebe starke Hinweise auf einen Einzeltäter und darauf, dass es keinen Bezug zur „Terrorszene“ gebe, aber es werde in alle Richtungen ermittelt.

Laschet lobte die Besonnenheit und Solidarität der Münsteraner nach der Tat. Es würde sich wünschen, dass „diese besondere Münsteraner Erfahrung einer Friedenstadt“ auch diejenigen erreicht hätte, die „ganz schnell bei Twitter und anderswo wieder das Hetzen begonnen haben.“ Für die Opfer sei die Religion der Täter egal, sie hätten einen Menschen verloren. „Und diesen Respekt sollte man immer im Blick haben.“



In Münster war am Vortag ein Campingbus in der Altstadt in eine Menschengruppe gerast. Zwei Menschen starben, weitere wurden verletzt. Der Fahrer erschoss sich nach Polizeiangaben im Wagen. Seehofer und Laschet hatten am Tatort gemeinsam mit NRW-Innenminister Herbert Reul und Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe (beide CDU) der Opfer gedacht und weiße Rosen und Lilien niedergelegt.

Laut Reul dürften die Ermittlungen noch Stunden und Tage dauern. „Wir sind noch lange nicht am Ende. Es ist die Stunde der Ermittler.“

Der Tatwagen wird abgeschleppt. Foto: Marius Becker
Der Tatwagen wird abgeschleppt. Foto: Marius Becker FOTO: Marius Becker
Polizisten stehen am frühen Morgen in Münster in einer Gasse vor einer Absperrung. Foto: Marcel Kusch
Polizisten stehen am frühen Morgen in Münster in einer Gasse vor einer Absperrung. Foto: Marcel Kusch FOTO: Marcel Kusch
Fahrzeuge der Rettungsdienste in Münster. Foto: Bernd Thissen
Fahrzeuge der Rettungsdienste in Münster. Foto: Bernd Thissen FOTO: Bernd Thissen
Spezialeinsatzkräfte der Polizei am Samstag in der Innenstadt von Münster. Foto: Bernd Thissen
Spezialeinsatzkräfte der Polizei am Samstag in der Innenstadt von Münster. Foto: Bernd Thissen FOTO: Bernd Thissen
Das Tatfahrzeug am Tatort, dem Lokal am Kiepenkerl in der Innenstadt von Münster. Foto: Stephan R.
Das Tatfahrzeug am Tatort, dem Lokal am Kiepenkerl in der Innenstadt von Münster. Foto: Stephan R. FOTO: Stephan R.
Mitarbeiter der Spurensicherung der Polizei arbeiten am Tatfahrzeug. Foto: David Young
Mitarbeiter der Spurensicherung der Polizei arbeiten am Tatfahrzeug. Foto: David Young FOTO: David Young