| 13:53 Uhr

Durchsuchung in drei Bundesländern
Razzia gegen mutmaßliche Rechtsterroristen

Mitglieder eines Spezialeinsatzkommandos der Polizei (Symbolfoto).
Mitglieder eines Spezialeinsatzkommandos der Polizei (Symbolfoto). FOTO: dpa
Karlsruhe. Wegen des Verdachts der Gründung einer rechtsterroristischen Vereinigung hat die Bundesanwaltschaft die Wohnungen von vier Beschuldigten durchsuchen lassen. Die Durchsuchungen fanden in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bremen statt.

Zudem sei die Wohnung einer nicht tatverdächtigen Person in Thüringen durchsucht worden, teilte die Bundesanwaltschaft auf ihrer Webseite mit. Festnahmen seien bislang nicht erfolgt.


An der Aktion, die am Morgen auf Grundlage von Beschlüssen des Ermittlungsrichters beim Bundesgerichtshof begann, seien die Landeskriminalämter mit ihren jeweiligen Spezialeinsatzkommandos beteiligt.

Die Verdächtigen sollen sich spätestens Anfang 2017 unter dem Namen "Nordadler" zu einer rechtsterroristischen Vereinigung zusammengeschlossen haben. Ziel der Vereinigung soll es gewesen sein, "den Nationalsozialismus in Deutschland zum Wiedererstarken zu verhelfen", wie die Karlsruher Behörde mitteilte. Sie hätten auch Anschläge auf politische Gegner in Erwägung gezogen.

Die Durchsuchungen seien erfolgt, um "die bestehenden Verdachtsmomente zu objektivieren", wie es in der Mitteilung der Bundesanwaltschaft heißt. Insbesondere habe man klären wollen, ob die Beschuldigten bereits über Waffen oder andere Gegenstände verfügten, um Anschläge zu verüben.

Gruppierung "Nordadler" beschwört im Netz "alten germanischen Geist"



In Niedersachsen richtete sich die Razzia nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dpa unter anderem gegen den im Internetauftritt der Organisation "Nordadler" genannten Hauptverantwortlichen. Es handelt sich dabei um einen 22-Jährigen aus Katlenburg-Lindau im Kreis Northeim. Das Landgericht Braunschweig hatte den Mann im Dezember als Helfer eines 27-jährigen IS-Sympathisanten zu einer Geldstrafe und gemeinnütziger Arbeit verurteilt.

Der 22-Jährige hatte nach Überzeugung des Gerichts dem verurteilten Islamisten Sascha L. geholfen. Dieser war wegen der Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags auf Polizisten oder Soldaten zu mehr als drei Jahren Haft verurteilt worden. Sascha L. soll vor seinem Übertritt zum Islam in der Neonazi-Szene aktiv gewesen sein.

Im Internet beschwört die Gruppierung "Nordadler" einen "alten germanischen Geist" und redet von einem "weltanschaulichen Kampf" um die "kommende Zukunft dieses alten Landes". Propagiert wird eine "deutsche Führung im eigenen Land ohne fremden Geist".

(das/AFP/dpa)