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„Eine echte Belastung“
Kramp-Karrenbauers Telefonnummer in Püttlingen womöglich bald geheim

Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundesvorsitzende der CDU.
Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundesvorsitzende der CDU. FOTO: dpa / Rainer Jensen
Püttlingen. Dass die Nummer der Spitzenpolitikerin Annegret Kramp-Karrenbauer offen im Telefonbuch von Püttlingen steht, könnte bald Geschichte sein. Offenbar überlegt die Familie neu. Von Ulrich Brenner
Ulrich Brenner

Auf diesen Beweis der Bürgernähe war die neue CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer immer stolz: Dass sie sogar als Ministerpräsidentin und auch noch als CDU-Generalsekretärin gemeinsam mit ihrem Mann Helmut im Püttlinger Telefonbuch steht. Dass dies nach ihrer Wahl zur Parteichefin weiter gelten wird, ist offenbar keineswegs sicher. Der Saarbrücker Zeitung sagte Kramp-Karrenbauer in einem Interview: „Eigentlich möchte ich es gerne.“ Allerdings: Die Zahl der Anrufe, „die die Grenze des guten Umgangs und Geschmacks“ verletzten, habe stark zugenommen. Da sie selbst nur noch selten zu Hause sei, nehme ihr Mann die meisten Telefonate entgegen. „Es ist mittlerweile zum Teil eine echte Belastung. Da geht es auch um den Schutz der Familie", sagte Kramp-Karrenbauer.


Helmut Karrenbauer war stets bekannt dafür, dass er sich um einige, oft ganz praktische Anliegen, die Bürger am Telefon vortrugen, auch schon mal selbst kümmerte. Am Rande des Hamburger CDU-Parteitags macht er nun gegenüber der SZ deutlich, dass ihn die häufigen Anrufe zu Themen, bei denen er selbst nicht mehr weiterhelfen könne, inzwischen zunehmend belasteten.

Ihre prominente Mitbürgerin selbst werden die Püttlinger künftig seltener zu Gesicht bekommen. „Ich vermute, dass ich noch ein bisschen weniger zu Hause in Püttlingen bin. Aber das war vorher klar, und das habe ich auch mit meinem Mann geklärt“, sagte Kramp-Karrenbauer, die nach dem Parteitag nach Berlin fuhr. Auch eine große Siegesfeier nach ihrem Wahlerfolg werde es in Püttlingen nicht geben. Aber beim traditionellen großen Familientreffen an Weihnachten sei die richtige Gelegenheit, dort „nicht nur das Ergebnis von Hamburg, sondern vor allem dieses ereignisreiche Jahr Revue passieren zu lassen“.



Im Übrigen: Auch als Bundeschefin, die für die ganze Partei verantwortlich sei, „liegt mir das Saarland immer besonders am Herzen“, versicherte sie. „Da geht es mir sicher wie den anderen Saarländern in Berlin, egal welcher Partei sie angehören.“