| 17:45 Uhr

Nach Vergleich mit Auftragsmord
Familienministerin kritisiert Papst für Abtreibungs-Äußerung

Franziska Giffey beim Besuch einer Kindertagesstätte im September 2018.
Franziska Giffey beim Besuch einer Kindertagesstätte im September 2018. FOTO: dpa / Britta Pedersen
Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat Papst Franziskus kritisiert. Keine Frau mache sich eine Abtreibung leicht, erklärte die SPD-Politikerin am Donnerstag. „Diese Frauen als Auftragsmörderinnen zu stigmatisieren, ist absolut inakzeptabel.“

Papst Franziskus hatte Abtreibungen am Mittwoch bei seiner Generalaudienz mit einem Auftragsmord gleichgestellt. „Das kann man nicht machen, es ist nicht gerecht, einen Menschen umzubringen, auch wenn er klein ist“, hatte er gesagt – und vom Redemanuskript abweichend hinzugefügt: „Es ist, wie einen Auftragsmörder zu mieten, um ein Problem zu lösen.“


„Anschuldigungen und Beleidigungen sind der falsche Weg“, kritisierte Giffey. Die Frauen brauchten vielmehr Rat, Hilfe und Unterstützung. Auch der Berufsverband der Frauenärzte reagierte empört. Frauenärzte kämen Frauen in einer Notlage zur Hilfe. „Sie führen nicht etwa Schwangerschaftsabbrüche durch, weil sie gewissenlos sind, sondern weil sie sich gerade aus Gewissensgründen zu dieser Hilfe verpflichtet fühlen“, sagte Verbandspräsident Christian Albring dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

(mlat/dpa)