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Bundeswehr
Extremismus und sexuelle Belästigung in der Truppe

Berlin. Der Militärische Abschirmdienst (MAD) prüft so viele Fälle von Rechtsextremismus in der Bundeswehr wie lange nicht mehr. 2017 seien 400 neue Verdachtsfälle hinzugekommen, teilte die Behörde mit. In den Jahren seit Aussetzung der Wehrpflicht waren es im Schnitt 300 pro Jahr. Der Zuwachs sei „Ausdruck einer gestiegenen Sensibilität“. Sechs der 400 Soldaten stufte der Geheimdienst als rechtsextrem ein.Vor Aussetzung der Wehrpflicht lagen die Zahlen noch höher. In den Jahren 2008 bis 2011 hatte der MAD im Schnitt knapp 600 Verdachtsfälle jährlich überprüft.

Im Zuge der Diskussion um mehrere Skandale stieg auch die Zahl der Beschwerden über sexuelle Belästigung. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurden 2017 insgesamt 234 Verdachtsfälle gemeldet. „Die Bandbreite der Verdachtsfälle ist extrem hoch, vom Zuwerfen eines Kusses bis zur erfolgten Vergewaltigung“, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Unter den Fällen waren demnach 14 versuchte oder vollendete Vergewaltigungen, fast dreimal so viele wie 2016. Damals waren es fünf.