| 17:15 Uhr

Kommentar zur Nothilfe für Bauern
Es geht um mehr als einen Dürre-Sommer

Dürre-Sommer: Die Felder sind staubtrocken
Dürre-Sommer: Die Felder sind staubtrocken FOTO: dpa / Patrick Pleul
Wegen des trockenen Sommers und der damit verbundenen Ernteausfälle sind Tausende Landwirte existenziell bedroht. Dass Bund und Länder ihnen schon Nothilfen gewähren wollen, bevor eine Gesamterntebilanz vorliegt, ist vollkommen richtig. Von Eva Quadbeck

Wegen des heißen und trockenen Sommers sind 10.000 Landwirte existenziell bedroht. Dass Bund und Ländern diesen Bauern schon Nothilfen gewähren wollen, bevor eine Gesamterntebilanz vorliegt, ist vollkommen richtig. Die Bauern sind unverschuldet in Not geraten. Bevor die ersten Höfe pleitegehen und Menschen ihre Existenz verlieren, sind die geplanten 340 Millionen Euro gut eingesetzt.Selbstverständlich kann der Staat nicht alle Schäden ausgleichen. Auf Kosten der Steuerzahler werden nur Existenzen gesichert. Mit Einbußen müssen die anderen Landwirte leben. Eine Politik mit Augenmaß.


Für die Bauern bleibt das Jahr 2018 auch trotz der Nothilfen dramatisch. Auch jene Betriebe, die nicht kurz vor der Pleite stehen, werden noch lange unter den Ausfällen dieses Sommers leiden. Sie müssen die Verluste alleine schultern. Vor dem Hintergrund, dass mehr Investitionen in artgerechte Tierhaltung und nachhaltige Landwirtschaft erforderlich sind, ist die Lage bitter.

Der Sommer 2018 wirft vor allem ein Schlaglicht auf ein sehr weitreichendes Problem: Experten sagen zunehmende Wetterkapriolen voraus. Nicht nur Hitzeperioden werden den Menschen in Deutschland zu schaffen machen. Bund und Länder werden aber nicht in allen Fällen von Hitze, Hochwasser und Sturmschäden den Betroffenen helfen können.



Vielmehr müssen sich die Bauern wie auch normale Bürger und Unternehmen auf die veränderten Bedingungen einstellen. Man wird mehr Vorsorge betrieben müssen. Finanzieller Art in Form von Hilfsfonds, Rücklagen und Versicherungen. Auch beim Bau von Straßen und Gebäuden sollten künftige Wetterextreme bedacht werden.

Die wichtigste Maßnahme aber bleibt die Bekämpfung von Ursachen der Wetterextreme. Nicht jeder Sturm und jeder Tag mit mehr als 35 Grad ist dem Klimawandel geschuldet. Es ist aber nicht mehr zu leugnen, dass sich die Erde aufheizt. Das Klima-Institut Potsdam warnte zuletzt vor einer Erwärmung von vier bis fünf Grad. Das ist unser eigentliches Problem.