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Nach langer Haft
Deniz Yücel fordert von Türkei Entschädigung für Haft

Deniz Yücel, Korrespondent bei der „Welt“.
Deniz Yücel, Korrespondent bei der „Welt“. FOTO: dpa
Der für mehr als ein Jahr inhaftierte „Welt“-Korrespondent Deniz Yücel will nach Angaben von Reporter ohne Grenzen von der Türkei Entschädigung.

Deniz Yücel werfe der türkischen Justiz unrechtmäßige Inhaftierung vor, teilte der türkische Zweig von Reporter ohne Grenzen am Mittwoch im Kurznachrichtendienst Twitter mit. Demnach verlangt er eine Million Lira Schadenersatz. Yücels Anwalt Veysel Ok vertrete ihn in einem Gerichtsverfahren, das am 25. September in Istanbul beginnen werde.


Die Inhaftierung des „Welt“-Korrespondenten und weiterer Deutscher aus politischen Gründen führte im vergangenen Jahr zu einer schweren Krise zwischen Berlin und Ankara. Yücel war am 16. Februar 2018 aus der Untersuchungshaft im Hochsicherheitsgefängnis Silivri bei Istanbul entlassen worden - nach mehr als einem Jahr hinter Gittern.

Erst unmittelbar zuvor legte die Staatsanwaltschaft eine Anklageschrift vor, in der Yücel Terrorpropaganda und Volksverhetzung vorgeworfen wird. Yücel ist sowohl deutscher als auch türkischer Staatsbürger.



(mba/dpa/AFP)