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AfD-Chef
Alexander Gauland hält Klimapolitik für überflüssig

Der Chef der AfD, Alexander Gauland, hält Klimapolitik für sinnlos. "Ich glaube nicht, dass es gegen den Klimawandel irgendetwas gibt, was wir Menschen machen können.“

Das sagte Gauland in einem am Sonntag aufgezeichneten ZDF-Interview. Er könne die Menschen auch nicht vor einer Hitzewelle oder einer Eiszeit schützen. "Man soll nicht Umweltschutz bleibenlassen, aber ich glaube nicht, dass man irgendetwas sinnvoll bewirken kann mit einer Klimapolitik." Der Klimawandel habe nicht sehr viel zu tun mit dem Kohlendioxid-Ausstoß der Industrie oder durch menschliches Tun: "Wir hatten früher Eiszeiten. Wir hatten früher kalte Zeiten längst vor der Industrialisierung."


Der AfD-Chef räumte im ZDF-Interview ein, dass seine Partei weder über ein abgestimmtes Rentenkonzept noch über eine Digitalisierungsstrategie verfüge. Ein Parteitag werde im kommenden Jahr den Kurs in der Rentenpolitik beschließen. Anders als Co-Parteichef Jörg Meuthen, der einen "schrittweisen Systemwechsel" gefordert hatte, will Gauland am System der umlagefinanzierten Rente festhalten: "Ich persönlich glaube nicht, dass wir vom Umlagesystem wegkommen." Dieses werde auf Dauer nicht allein tragfähig sein. Ob man Selbstständige oder Beamte einbeziehe, sei in der Partei strittig. "Ob man Menschen mit deutschem Pass sozusagen einen Rentenbonus gibt - das ist auch strittig in der Partei. Darüber müssen wir diskutieren."

Die fortschreitende Digitalisierung wird nach Gaulands Worten dazu führen, dass Arbeitsplätze wegfallen. Über Alternativen sei noch nicht genügend nachgedacht worden. Es gehe nicht um eine Digitalisierungsstrategie, sondern wie die Auswirkungen technischer Veränderungen für die Menschen so abgebremst würden, dass Arbeitsplätze nicht verloren gingen. "Aber von einer Strategie zur Digitalisierung kann nicht die Rede sein. Und ich wüsste auch im Moment keine."



Aus seiner Distanz zum Internet machte Gauland keinen Hehl: "Es ist allgemein bekannt, dass ich persönlich keine enge Beziehung - sagen wir mal vorsichtig - zum Internet habe, und ich bin auch kein Fachmann für diese Fragen."

(felt/Reuters)