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Im „Bayernplan“ steht die Autobahn-Maut

München. CSU-Chef Horst Seehofer gibt er auf einem Parteitag den Startschuss zum Wahlkampf – und ermahnt die CSU, auf dem Boden zu bleiben. Einstimmig wird der Bayern-Plan beschlossen.

Herrliche Landschaft, Biergarten, Burgen, Kinder in Tracht - so schön ist Bayern, suggerierten großformatige Poster den Delegierten des CSU-Wahlparteitags. Schwer zu glauben, dass es noch schöner werden könnte. Und doch hat sich die CSU einige Verbesserungen in ihrem "Bayernplan" ausgedacht, der am frühen Freitagabend einstimmig beschlossen wurde.

Im "Bayernplan" steht, was die CSU in dem gemeinsamen Wahlprogramm mit der CDU nicht durchsetzen konnte. Zum Beispiel die Autobahn-Maut. "Wie wir etwas durchsetzen in Berlin, das könnt ihr mir überlassen", versicherte Parteichef Horst Seehofer den Parteifreunden. Das Ziel der Autobahn-Maut wurde verabschiedet und noch vieles mehr, was in den 25 Seiten des "Bayernplans" steht. "Reste rampe", höhnte die Presse, "Märchensammlung" die Opposition. Die CSU zeigte sich davon unbeeindruckt. Zu "abenteuerlichen Argumenten" müsse man nicht immer etwas sagen, meinte Seehofer. So zur Unterstellung, die CSU wolle nach der Wahl zurück zur Kernenergie. Kein Konflikt mit der CDU, schüchtern gegenüber der Kanzlerin und keine Erwähnung des bayerischen Herausforderers Christian Ude, dieser Linie blieb Seehofer - fast - treu. "Wir sind die Partei der politischen Mitte, bei den anderen zahlt die Mitte", war schon eine der schärfsten Attacken.

Und dann sagte Seehofer eher im Plauderton doch noch "zwei Sätze" zur bayerischen SPD, die "absolut regierungsunfähig" sei. Aus dem Sozi-Lager gebe es "keine einzige Idee, die den Kopf erreicht, geschweige denn das Herz erwärmt". Die CSU sei "die einzige Volkspartei, die es in Bayern noch gibt", die 29 Prozentpunkte vor der SPD liege. Seehofers Fazit: "Die können es nicht. Bayern bleibt weiß-blau."

Stolze 47 Prozent bescheinigte die jüngste Umfrage der CSU bei einer Landtagswahl in Bayern, 41 Prozent der Alternativ-Koalition bestehend aus SPD, Grünen und Freien Wählern. Seehofer dämpfte die Euphorie: "Auf den Boden bleiben". Nach der Wahl "können wir wieder alles machen", meinte der CSU-Chef: "Da könnt ihr auch alle über mich herfallen". Die Delegierten quittierten Seehofers Rede mit stehendem App laus, wie es sich für den Auftakt zum heißen Wahlkampf gehört.