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FBI vereitelt Anschlag auf Synagoge

Washington. Terroranschlag in New York vereitelt: Die US-Bundespolizei FBI hat vier Männer in New York festgenommen, die dort Anschläge auf eine Synagoge und ein jüdisches Gemeindezentrum geplant haben sollen. Außerdem sollten US-Militärflugzeuge auf einem nahen Flughafen mit Raketen beschossen werden

Washington. Terroranschlag in New York vereitelt: Die US-Bundespolizei FBI hat vier Männer in New York festgenommen, die dort Anschläge auf eine Synagoge und ein jüdisches Gemeindezentrum geplant haben sollen. Außerdem sollten US-Militärflugzeuge auf einem nahen Flughafen mit Raketen beschossen werden. Allerdings hatten FBI-Agenten die Gruppe bereits seit einem Jahr unterwandert und die Männer mit "gefälschten", harmlosen Waffen und Sprengstoff versorgt. "Die Bomben waren von FBI-Technikern hergestellt", sagte der Polizeikommissar von New York, Raymond Kelly. "Sie waren völlig funktionsunfähig. Zu keinem Zeitpunkt war irgendjemand in Gefahr, verletzt zu werden", fügte Kelly hinzu. Die Männer hätten keine Verbindungen zu anderen Terroristengruppen gehabt, sagte der New Yorker Senator Charles Schumer. Die Männer wurden nach Angaben der Polizei bei einer Aktion am Mittwochabend (Ortszeit) in New York festgenommen. Sie hätten kurz darauf einen Anschlag in die Tat umsetzen wollen. Die Polizei habe das Auto der Verdächtigen blockiert und die Männer überwältigt. Wie die "New York Times" berichtete, sind alle vier US-Staatsbürger, einige hätten aber eine arabische Herkunft, alle vier seien muslimischen Glaubens. Eines ihrer Motive sei der Krieg in Afghanistan, meinte Senator Schumer.Die Männer wurden gestern einem Haftrichter vorgeführt. Ein Bundesgericht wolle Anklage wegen Verschwörung zum Gebrauch von Massenvernichtungswaffen und Verschwörung zum Erwerb und Einsatz von Luftabwehrraketen erheben. Jedem der vier Verdächtigen drohe lebenslange Haft, hieß es. Der New Yorker Kongressabgeordnete Peter King sagte, es handele sich um "hausgemachte Terroristen". "Sie hatten keinerlei Verbindungen zu anderen Terroristen", meinte Senator Schumer. Ihre Namen wurden mit James Cromitie, David Williams, Onta Williams and Laguerre Payen angegeben. Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 ist es in den USA zu keinen größeren Terrorakten mehr gekommen. Damals starben rund 3000 Menschen. Den bisherigen Ermittlungen zufolge wollten die Männer vor dem jüdischen Gotteshaus im New Yorker Stadtteil Bronx Plastiksprengstoff in einem Auto zünden. Die Militärflugzeuge wollten sie beim Start oder bei der Landung auf dem internationalen Flughafen Steward in der Nähe von New York mit Boden-Luft-Raketen abschießen.Das FBI habe vor den Festnahmen über ein Jahr ermittelt, hieß es. "Glücklicherweise haben die Verdächtigen Unterstützung bei einem Zeugen gesucht, der mit der Regierung zusammenarbeitet", sagte US-Bundesanwalt Lev Dassin. afpMeinung



HintergrundUS-Präsident Barack Obama verteidigt die geplante Schließung des Gefangenenlagers Guantánamo gegen wachsenden Widerstand im Parlament. Zugleich will er mutmaßliche Terroristen, die mangels Beweisen nicht angeklagt werden können, weiter längerfristig in Haft halten. "Ich werde keine Personen auf freien Fuß setzen, die das amerikanische Volk in Gefahr bringen", sagte er gestern in einer Grundsatzrede. Der ehemalige Vizepräsident Dick Cheney kritisierte Obama. Dieser habe die Schließung des Gefangenlagers auf Kuba "unüberlegt und ohne Plan" beschlossen. dpa