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Fast 140 Tote bei Anschlägen im Jemen

Sanaa. Das Chaos im Jemen wird immer größer. Schiitische Huthi-Rebellen liefern sich seit Monaten einen Machtkampf mit dem Präsidenten. Jetzt werden sie in der Hauptstadt Sanaa zum Ziel von blutigen Anschlägen. Agentur

Bei einem der blutigsten Terrorakte in der Geschichte des Landes haben Selbstmord-attentäter im Jemen mindestens 137 Menschen mit in den Tod gerissen. Jeweils zwei Männer sprengten sich während des traditionellen Freitagsgebets kurz nacheinander in zwei schiitischen Moscheen der Hauptstadt Sanaa in die Luft. Medien berichteten von mindestens 345 Verletzten. Die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat bekannte sich zu den Anschlägen.

TV-Bilder zeigten die verwüsteten Moscheen Badr und Al-Chaschusch, in denen zugedeckte Leichen auf dem Boden lagen. Die Anschläge erfolgten nach demselben Muster, wie die Nachrichtenseite Barakish.net berichtete. Jeweils ein Attentäter sprengte sich bei den Sicherheitskontrollen am Eingang der Moscheen in die Luft, jeweils ein weiterer Extremist stürmte in die Gebäude und zündete Sprengstoffgürtel.

Die Anschläge galten den schiitischen Huthi-Rebellen, deren Anhänger die Moscheen vor allem nutzten. Unter den Toten ist auch einer der wichtigsten schiitischen Geistlichen des Landes, wie die Huthis mitteilten. Die Rebellen liefern sich seit Monaten einen Machtkampf mit Staatschef Abed Rabbo Mansur Hadi . Sie brachten den Norden des Landes und die Hauptstadt unter ihre Kontrolle. Vor einigen Wochen setzten sie Hadi und die Regierung ab, auch das Parlament lösten sie auf.

Vier "Ritter" hätten sich in den Moscheen der "Ungläubigen" in die Luft gesprengt, heißt es in einer IS-Botschaft, die im Internet kursierte. Die Anschläge seien erst der Anfang einer "kommenden Flut", wird weiter gedroht. Der IS bekannte sich auch zu einem weiteren Anschlag in der Huthi-Hochburg Saada im Norden des Landes.

Zunächst ließ sich nicht überprüfen, ob das IS-Bekennerschreiben echt ist. Die Terrormiliz hatte sich in dieser Woche bereits zu dem Attentat in Tunis bekannt. Sollte der IS hinter den Anschlägen stehen, wäre es das erste Mal, dass er im Jemen mit einer solchen Tat in Erscheinung tritt. Bislang galt das arme Land im Süden der Arabischen Halbinsel als Hochburg eines mächtigen Ablegers der Al Qaida. Der IS und Al Qaida vertreten zwar eine ähnliche Ideologie - sie sind aber miteinander verfeindet und kämpfen um die Vorherrschaft im globalen Heiligen Krieg. Weitere IS-Gräueltaten könnten das Chaos in dem ohnehin instabilen Land weiter verschlimmern.

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HintergrundDie Attentäter von Tunis haben nach Angaben der tunesischen Regierung ein Kampftraining in Libyen erhalten. Die beiden radikalen Salafisten seien im Dezember heimlich aus Tunesien ausgereist und im Nachbarland an Waffen ausgebildet worden, sagte Innenstaatssekretär Rafik Chelly. Die Attentäter hätten das Museum vor dem Anschlag am Mittwoch mit 23 Toten drei Wochen lang ausgespäht, schrieb die Zeitung "Al-Chourouk". Deshalb hätten sie genau gewusst, wie viele Sicherheitsleute das Gebäude bewachen und wann sie ihre Schichten wechseln. Einer der Täter habe sich in die Luft sprengen wollen, sei aber gescheitert, hieß es. dpa