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Bündnis gegen Kindersoldaten verlangt Stopp von Waffenexporten

Berlin. Kinderrechtler haben einen sofortigen Stopp deutscher Rüstungsausfuhren in jene Länder gefordert, in denen Kinder als Soldaten missbraucht werden. "Kinder sterben durch Waffen aus deutschen Exporten und müssen mit deutschen Waffen kämpfen", erklärte der Sprecher des Bündnisses Kindersoldaten , Ralf Willinger. afp

Weltweit wird heute der so genannte Red Hand Day begangen, der sich gegen den Einsatz von Kindern in bewaffneten Konflikten richtet. Nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef werden weiterhin zehntausende Kinder zum Kämpfen gezwungen. "Zurzeit sind so viele Kinder von bewaffneten Konflikten betroffen wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr", erklärte der Geschäftsführer von Unicef Deutschland, Christian Schneider. Die Kinder würden zur Zielscheibe gemacht und auch dazu gezwungen, Täter zu sein. In den Bürgerkriegen im Südsudan und in der Zentralafrikanischen Republik seien im vergangenen Jahr schätzungsweise 22 000 Kinder und Jugendliche im Einsatz gewesen. Unicef warf auch der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat vor, Minderjährige zum Kämpfen auszubilden.

Das Bündnis Kindersoldaten kritisierte zudem, das jährlich rund tausend 17-Jährige Dienst bei der Bundeswehr leisteten und dass die Bundeswehr an Schulen und in Jugendmagazinen um Nachwuchs werbe.