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Bildungsstudie: Geschlechterrollen beeinflussen Lernerfolg

Berlin. Mathe ist nichts für Mädchen, Lesen ist nichts für Jungen - solche Stereotype beeinflussen den Bildungserfolg von Jugendlichen. Das ergab eine Sonderauswertung der bisherigen Pisa-Studien, die die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gestern in Paris veröffentlichte

Berlin. Mathe ist nichts für Mädchen, Lesen ist nichts für Jungen - solche Stereotype beeinflussen den Bildungserfolg von Jugendlichen. Das ergab eine Sonderauswertung der bisherigen Pisa-Studien, die die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gestern in Paris veröffentlichte. Demnach wachsen im Laufe der Schulkarriere die Leistungsunterschiede zwischen Jungen und Mädchen. Schuld sind nach Einschätzung der Forscher eher geschlechtsspezifische Vorurteile als ein tatsächliches Gefälle in der Begabung. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) mahnte zu einer Abkehr von diesen Klischees. Lehrerverbände forderten eine Leseoffensive für Jungen und mehr Männer im Lehrberuf, um die Geschlechter-Unterschiede auszugleichen.Die Pisa-Studie ist eine internationale Bildungsuntersuchung zur Kompetenz von 15-Jährigen. Ältere Jungs holen aufSie wird alle drei Jahre gemacht, die jüngste Untersuchung stammt von 2006. Für die Sonderauswertung nutzten die OECD-Forscher neben den Pisa-Daten auch andere Erhebungen ihrer Organisation. Laut Studie nehmen die Leistungsdifferenzen zwischen Jungen und Mädchen immer weiter zu, je länger sie zur Schule gehen. Gegen Ende der Grundschulzeit erzielen sie in Mathematik bei internationalen Vergleichsstudien noch fast die gleichen Ergebnisse. Im Alter von 15 Jahren zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Hier schneiden Jungen in fast allen untersuchten Ländern besser ab als Mädchen. Beim Lesen sind Mädchen bereits in der Grundschule den Jungen überlegen. Dieser Unterschied verstärkt sich der Studie nach in der weiteren Schullaufbahn noch. Zwischen den Pisa-Studien von 2000 und 2006 hat sich der Geschlechter-Unterschied beim Lesen auffallend verschärft. ddp