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Berliner Notizen
Nahles’ Locken und Klöckners Schweine

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Andrea Nahles hat es verdammt schwer. Die akutelle SPD-Chefin haben sie auf dem Kieker, zuletzt ätzte mal wieder einer der alten Herren gegen sie, Intimfeind Gerhard Schröder. Der kann’s ja machen, politisch hat er es hinter sich. Von Hagen Strauss

Nahles ergeht es sogar wie einst Merkel – selbst über die Frisur wird intern gespottet. Jetzt erfuhr man: Als sie noch Arbeitsministerin war, hat sie sich die Haare geglättet, um seriöser auszusehen. Inzwischen sind die Locken wieder da. Besser so.


Friedrich Merz ist weg. Und wieder allein, allein. Er ist weg. Jedenfalls bei Twitter. Genau sieben Wochen ist inzwischen der letzte Tweet des CDU-Mannes alt, der die Union wieder auf Vordermann bringen wollte, aber gegen Annegret Kramp-Karrenbauer verlor. Er sei bereit, an geeigneter Stelle mitzuarbeiten, schrieb er damals. Pustekuchen. Das war einmal. Aber so ist das, wenn man eine Agentur oder Dritte mit einem Social Media Auftritt betraut. Ist die Wahl vorbei, ist der Account tot. Dumm gelaufen.



Julia Klöckner war in dieser Woche mal wieder besonders umtriebig. Die Bundeslandwirtschaftsministerin aus Rheinland-Pfalz stellte am Mittwoch ihr Tierwohllabel vor, das das Leben von Schweinen im Stall etwas verbessern soll. Oder wie die CDU-Frau schlau befand: „Wir nehmen vor allem die Zeitspanne von der Geburt bis zur Schlachtung in den Blick.“ Da stellt sich dann doch die ketzerische Frage: Gibt es in einem Schweineleben noch eine andere Phase?

FDP-Chef Christian Lindner haut aber auch manchmal die Dinger raus – unvergessen: „Es ist besser nicht zu regieren, als falsch zu regieren“, so Lindner einst nach dem Platzen von Jamaika. Jetzt kommentierte er den SPD-Plan der Grundrente ähnlich schräg: „Eine kleine Rente und fünf Millionen geerbt, der braucht keine zusätzliche Leistung von Herrn Heil.“ SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil reagiert so: „Kleine Rente & 5 Millionen geerbt. Einer der häufigsten Fälle in meinen Bürgersprechstunden...“