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DGB-Studie sieht keinen Azubi-Mangel

Berlin/Saarbrücken.

Vielerorts suchen Betriebe händeringend nach Lehrlingen. Nach einem Bericht der "Saarbrücker Zeitung" fanden im vergangenen Jahr aber nur knapp zwei Drittel der interessierten Jugendlichen einen Ausbildungsplatz. Das Blatt beruft sich für seine Angaben auf eine aktuelle Untersuchung des DGB.

Demnach gingen im Ausbildungsjahr 2016 insgesamt 283.281 junge Bewerber bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz leer aus. Gleichzeitig gab es 520.332 abgeschlossene Lehrverträge. Nur 64,7 Prozent aller Interessenten hätten also eine Lehrstelle gefunden. Diese Quote sei seit 2013 nahezu unverändert geblieben. "Wenn nur 64,7 Prozent aller interessierten und als ‚ausbildungsreif‘ eingestuften Bewerber einen Ausbildungsplatz finden, kann von einem Azubi-Mangel nicht gesprochen werden", heißt es in der DGB-Studie. Auch viele Jugendliche, die als "versorgt" gelten, würden in Ersatzmaßnahmen wie Praktika, Einstiegsqualifizierungen oder berufsvorbereitenden Maßnahmen "geparkt".

Fast 48 Prozent der rund 270.000 Jugendlichen, die in Maßnahmen beim Übergang von der Schule in die Ausbildung stecken, haben laut Studie nur einen Hauptschulabschluss. Rund 27 Prozent verfügen über einen mittleren Abschluss.

"Nach wie vor gilt: Wer schlechte Ausbildungsbedingungen bietet, darf sich über ausbleibende Bewerbungen nicht wundern", meinte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack mit Blick auf Betriebe, die über einen Mangel an geeigneten Azubis klagen. Zugleich verlangte Hannack, dass auch wieder junge Menschen mit Hauptschulabschluss eine Ausbildungschance bekommen müssten. Untersuchungen der IHK-Lehrstellenbörsen zeigten, dass fast zwei von drei der dort angebotenen Ausbildungsplätze den mittleren Schulabschluss als Mindestvoraussetzung hätten, kritisierte Hannack.