| 18:15 Uhr

Verteidigungsminister Jim Mattis
USA wollen Manöver bei Nordkorea nicht länger aussetzen

Die Aussetzung sei eine "Geste des guten Willens" gegenüber Nordkorea gewesen. (Symbolfoto)
Die Aussetzung sei eine "Geste des guten Willens" gegenüber Nordkorea gewesen. (Symbolfoto) FOTO: dpa, PS
Die USA erhöhen den Druck auf Nordkorea und drohen mit einer Wiederaufnahme von weiteren Manövern. Konkrete Pläne gibt es laut dem US-Verteidigungsminister aber noch nicht.

Nach mehrmonatiger Aussetzung ihrer Militärmanöver mit dem Verbündeten Südkorea behalten sich die USA eine Wiederaufnahme vor, wie Verteidigungsminister Jim Mattis am Dienstag in Washington sagte. "Wir haben keine Pläne, weitere Manöver auszusetzen." Die Aussetzung sei eine "Geste des guten Willens" gegenüber Nordkorea gewesen.


Konkrete Pläne für Manöver gebe es allerdings noch nicht, stellte Mattis klar: "Wir nehmen sie nicht wieder auf." Er fügte hinzu: "Wir warten ab, wie die Verhandlungen laufen, und dann werden wir sehen." Die USA verlangen von Nordkorea, sein Atomwaffenprogramm nachweisbar aufzugeben.

US-Präsident Donald Trump hatte bei seinem Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un am 12. Juni überraschend angekündigt, die von Nordkorea stets scharf kritisierten Manöver zu "beenden". Die USA könnten dadurch "eine enorme Menge Geld sparen", hatte er in Singapur gesagt.



Damit kam Trump der Regierung in Pjöngjang entgegen, die seit langem ein Ende der regelmäßigen Manöver forderte. Den Verbündeten Sükorea hatte der US-Präsident zuvor offenbar nicht eingeweiht. Für Verwunderung hatte auch gesorgt, dass Trump die Übungen als "provozierend" bezeichnet hatte. Dieser Begriff wurde bislang von Nordkorea verwendet.

Die Äußerungen von Minister Mattis am Dienstag erfolgten vor dem Hintergrund wachsender Unzufriedenheit der US-Regierung mit Nordkorea. Trump hatte kürzlich eine geplante Reise seines Außenministers nach Pjöngjang absagen lassen und dies damit begründet, dass es "keine ausreichenden Fortschritte bei der Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel" gebe.

Wenige Tage nach Trumps Gipfel mit Kim hatten die USA und Südkorea tatsächlich ein für August geplantes Militärmanöver abgesagt. An der Übung "Ulchi Freedom Guardian" hätten sich gut 17.500 US-Soldaten beteiligen sollen. Das Pentagon hatte bei der Absage betont, dass damit über künftige Miltärübungen noch keine Entscheidung gefallen sei.

In Südkorea sind zehntausende US-Soldaten stationiert. Sie sollen den engen US-Verbündeten gegen mögliche Angriffe aus dem Norden schützen. Seit Jahren veranstalten die USA und Südkorea regelmäßig großangelegte Militärmanöver. Pjöngjang reagierte stets heftig auf die Übungen. Nach derartigen Manövern im vergangenen Jahr feuerte Nordkorea Raketen über das japanische Festland hinweg.

(ubg/AFP)