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Kommentar zu Trump
Abenddämmerung

FOTO: AP / Alex Brandon
Mit dem Schuldbekenntnis seines ehemaligen Anwalts Cohen stellt sich die Frage, ob eine Mehrheit der Amerikaner beginnt, Maßstäbe an Trump anzulegen, wie man sie normalerweise anlegt an den Präsidenten der USA. Diese Frage wird im November beantwortet. Von Frank Herrmann

Hat der schwerste juristische Schlag, den Donald Trump bisher einstecken musste, seine Abenddämmerung eingeläutet? Wenn die Erfahrung der vergangenen drei Jahre eines lehrt, dann dies: Bislang ist es dem Mann noch immer gelungen, in einer Krise den Befreiungsschlag zu landen. In der Rolle des Rebellen konnte er sich alles erlauben, jede Beleidigung, jeden Tweet, jeden Skandal. Gilt das noch? Mit dem Schuldbekenntnis seines Ex-Anwalts Michael Cohen stellt sich die Frage, ob eine Mehrheit der Amerikaner dem Präsidenten Trump durchgehen lässt, was sie dem Kandidaten Trump verzieh. Ob sie ihm die Pose des Aufständischen im Kampf gegen Seilschaften noch abnimmt. Oder ob sie beginnt, Maßstäbe an ihn anzulegen, wie man sie anlegt an den Präsidenten der USA.


Es ist eine politische Frage, keine juristische, beantwortet wird sie im November. Dann wird sich bei den Kongresswahlen entscheiden, ob die Demokraten die parlamentarische Mehrheit zurückerobern. Erst dann rückt in den Bereich des politisch Möglichen, wovon Trumps Gegner seit Langem träumen: ein Amtsenthebungsverfahren, das womöglich seinen Rücktritt erzwingt.