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Friedensgespräche in Schweden
Jemens Konfliktparteien vereinbaren Gefangenenaustausch

Martin Griffiths (2.v.l.), UN-Sondergesandter für den Jemen, begrüßt einen Delegationsteilnehmer zu den Jemen-Gesprächen.
Martin Griffiths (2.v.l.), UN-Sondergesandter für den Jemen, begrüßt einen Delegationsteilnehmer zu den Jemen-Gesprächen. FOTO: dpa / Stina Stjernkvist
Die Gespräche zwischen der Regierung und den rivalisierenden Huthi-Rebellen gelten als Hoffnungsschimmer. Nach Jahren des Krieges herrscht im Land eine schwere humanitäre Krise. Zum Auftakt gab es ein erstes Zeichen der Annäherung.

Die Friedensgespräche für den Jemen haben in Schweden begonnen. Vertreter der international anerkannten Regierung und der rivalisierenden Huthi-Rebellen hätten sich dabei zunächst auf einen Gefangenenaustausch geeinigt, sagte der UN-Sonderbeauftragte Martin Griffiths am Donnerstag.


Mit dem Gefangenenaustausch würden Tausende Familien wieder vereint, betonte Griffiths. Es sei eine vertrauensbildende Maßnahme. Die kommenden Tage bezeichnete er als „Meilenstein“ und rief die Konfliktparteien auf, eine Botschaft des Friedens zu senden. Die schwedische Außenministerin Margot Wallström sagte den Delegationen zur Eröffnung der Gespräche: „Jetzt liegt es an Ihnen, den jemenitischen Parteien. Sie gebieten über die Zukunft.“

Die Vereinten Nationen unterstützen die Gespräche. In UN-Kreisen wurde vor Beginn die Hoffnung auf zumindest kleine Schritte zur Linderung der sich verschlimmernden humanitären Krise geäußert. Rascher Fortschritt in Richtung einer politischen Lösung des Konflikts wurde nicht erwartet. Die vom Iran unterstützten Rebellen kämpfen gegen die Regierung, die von Saudi-Arabien und anderen unterstützt wird.



Das Welternährungsprogramm kündigte an, seine Lebensmittellieferungen nach Jemen deutlich auszuweiten. Die Zahl der Hilfsempfänger solle bis Januar auf zwölf Millionen von derzeit sieben bis acht Millionen vergrößert werden, sagte Herve Verhoosel, Sprecher der UN-Agentur.

(mlat/dpa)