| 22:30 Uhr

Auseinandersetzungen am Grenzzaun
Gewaltsame Proteste und Tote im Gazastreifen

An der Grenze des Gazastreifens zu Israel ist es wieder zu gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und der israelischen Armee gekommen. Es gibt Berichte über Tote und Verletzte.

Bei Protesten gegen die israelische Blockade des Gazastreifens sind nach palästinensischen Angaben zwei Menschen erschossen worden. Außerdem seien mindestens 270 verletzt worden, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium in Gaza am Freitag mit. Davon hätten 60 Schussverletzungen erlitten.


Nach Angaben der israelischen Armee kamen Tausende Palästinenser an den Grenzzaun. Sie hätten mehrere Brandbomben und Sprengsätze auf den Grenzzaun geworfen. Soldaten seien nicht verletzt worden.

Israelische Medien hatten zuvor berichtet, der Freitag sei ein Testlauf für die Chancen auf ein Abkommen der gegenseitigen Ruhe zwischen Israel und der Hamas. Beide Seiten verhandeln demnach mithilfe von Ägypten über eine entsprechende Vereinbarung. Die im Gazastreifende herrschende Hamas hat dies bestätigt. Am Donnerstag sprach der israelische Minister für regionale Kooperation, Zachi Hanegbi, im israelischen Radio ebenfalls von Verhandlungen zwischen beiden Seiten.



Seit Ende März sind bei Protesten und Zusammenstößen nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza rund 170 Palästinenser von israelischen Soldaten getötet worden. Ein israelischer Soldat wurde erschossen.

Die Palästinenser fordern ein Ende der Gaza-Blockade und ein Recht auf Rückkehr in ihre frühere Heimat oder die ihrer Eltern und Großeltern. Diese Dörfer oder Städte gehören heute zum israelischen Staatsgebiet. Sie beziehen sich dabei auf Flucht und Vertreibung Hunderttausender Menschen im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948. Israel lehnt die Forderungen ab.

Die radikalislamische Hamas wird von Israel, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Sie hat sich die Zerstörung Israels auf die Fahne geschrieben.

(wer/AP/dpa)