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Verurteilter Ex-Wahlkampfmanager
Trump erwägt offenbar Begnadigung von Manafort

Donald Trump und Paul Manafort bei einer Wahlkampfveranstaltung (Archivfoto).
Donald Trump und Paul Manafort bei einer Wahlkampfveranstaltung (Archivfoto). FOTO: REUTERS / Rick Wilking
Paul wurde wegen Banken- und Steuerbetrug schuldig gesprochen, doch Donald Trump steht weiter hinter seinem früheren Wahlkampfmanager. Dem US-Sender Fox zufolge erwägt der US-Präsident dessen Begnadigung.

US-Präsident Donald Trump wird dem Sender Fox News zufolge eine Begnadigung seines früheren Wahlkampfleiters in Erwägung ziehen. Paul Manafort wurde diese Woche wegen Banken- und Steuerbetrugs schuldig gesprochen. Das Strafmaß steht noch aus. Rechtsexperten schätzen, dass es auf rund zehn Jahre Haft hinauslaufen wird.


Trump hat Fox ein Interview gegeben, von dem bislang nur Auszüge bekannt sind. Fox-Reporterin Ainsley Earhardt zufolge hat der US-Präsident in dem Gespräch die mögliche Begnadigung erwähnt. "Ich denke, er fühlt sich schlecht wegen Manafort. Sie waren Freunde", sagte die Journalistin am Mittwochabend (Ortszeit) im Fox-Programm. Das ganze Interview soll am Donnerstagmorgen ausgestrahlt werden.

Trump hatte Manafort am Mittwoch einen "tapferen Mann" genannt, der anders als sein Ex-Anwalt Michael Cohen dem Druck der Justiz standgehalten habe. Cohen hatte sich vor Gericht mehrerer Verbrechen schuldig bekannt und angegeben, von Trump angewiesen worden zu sein.



Trump attackierte Cohen. Dieser habe auf Druck der Staatsanwaltschaft Geschichten erfunden, um eine Einigung zu erzielen, twitterte Trump. Später rechtfertigte er sich bei „Fox & Friends“ und erklärte, nur eines falsch gemacht zu haben: Er habe eine Wahl gewonnen, bei der erwartet worden sei, dass Hillary Clinton und die Demokraten siegen würden.

In seiner Lieblingssendung - das Interview soll am (heutigen) Donnerstag ausgestrahlt werden - argumentierte Trump fälschlicherweise, Schweigegeldzahlungen seien „gar keine Verstöße gegen Wahlkampffinanzierung“. Schließlich habe er die Zahlungen persönlich erstattet und nicht mit Wahlkampfmitteln. Das US-Bundesgesetz beschränkt die Summe, die Einzelpersonen an Wahlkampagnen spenden dürfen. Unternehmen sind direkte Spenden verboten, und Überweisungen müssen offen gelegt werden.

(das/rtr/dpa)