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Außenministertreffen in Wien
Deutschland lehnt einen Gebietstausch zwischen Serbien und dem Kosovo ab

Heiko Maas in Wien.
Heiko Maas in Wien. FOTO: REUTERS / HEINZ-PETER BADER
Jahrzehntelang gibt es einen Konflikt zwischen Serbien und dem Kosovo. Ein Gebietstausch sei allerdings keine Lösung - „wir glauben, dass das zu viele alte Wunden in der Bevölkerung aufreißen kann“, sagt Maas.

Die Diskussion über einen Gebietstausch halte Heiko Maas „nicht für zielführend“.


Auch die EU-Ratspräsidentschaft Österreich zeigt sich skeptisch. „Grenzänderungen, das haben wir immer wieder gesehen, haben ihre Probleme aufgeworfen“, sagte Außenministerin Karin Kneissl.Luxemburg und Finnland mahnten ebenfalls zur Vorsicht.

Der Vorschlag für einen Gebietstausch sieht vor, dass sich Teile des von vielen Serben bewohnten Nordkosovos der Republik Serbien anschließen könnten. Im Gegenzug würde die Region Presevo in Südserbien mit ihrer Albanermehrheit dem Kosovo angegliedert.



Das fast nur noch von Albanern bewohnte Kosovo war vor zehn Jahren von Serbien abgefallen. Belgrad will mit Verweis auf die dort gelegenen mittelalterlichen Klöster und Schlachtfelder seine frühere Provinz zurückhaben. Die EU versucht seit vielen Jahren erfolglos, zwischen den beiden zerstrittenen Nachbarn zu vermitteln. Die Aussöhnung mit dem Kosovo ist die zentrale Bedingung für den EU-Beitrittskandidaten Serbien, sich weiter an Brüssel anzunähern.

Für einen Gebietstausch treten unter anderem die Präsidenten Serbiens und des Kosovos, Aleksandar Vucic und Hashim Thaci, ein. Dass er wirklich kommt, gilt allerdings als äußert zweifelhaft. Ein Grund ist, dass Thaci für die Umsetzung die parlamentarische Mehrheit fehlen dürfte.

(ubg/dpa/afp)