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Ehemaliger UN-Generalsekretär gestorben
„Kofi Annan war ein Freund von Nordrhein-Westfalen“

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat den gestorbenen ehemalige UN-Generalsekretär als Kämpfer für gemeinschaftliche Lösungen gewürdigt. Politiker aus aller Welt gedenken Kofi Annan.

Annan sei „ein Vorbild für multilaterale Lösungen in einer aus den Fugen geratenen Welt“, erklärte Laschet am Samstag in Düsseldorf. Bei persönlichen Begegnungen habe er gespürt, mit welcher Leidenschaft, Kompetenz und diplomatischem Geschick Annan für Frieden, für Gerechtigkeit, für die Bewahrung der Schöpfung und für eine bessere Welt kämpfte. „Er gehörte zu den großen Generalsekretären der Vereinten Nationen, der zu Recht auch mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde“, sagte Laschet.


Der Ministerpräsident verwies auch auf die guten Kontakte Annans zu Nordrhein-Westfalen. „Kofi Annan war ein Staatsmann mit Charme, Charisma und Visionen und ein Freund unseres Landes“, sagte Laschet. Als Nordrhein-Westfalen 2008 die besondere Partnerschaft mit seinem Heimatland Ghana begründete, sei er ein wichtiger Gesprächspartner und Vermittler gewesen. Zudem habe Annan die Entwicklung Bonns zur UN-Stadt maßgeblich mitgeprägt. Im Jahr 2008 sei Annan mit dem Internationalen Preis des Westfälischen Friedens in Münster ausgezeichnet worden. Der Tod von Kofi Annan mache viele Menschen in Nordrhein-Westfalen traurig, sagte Laschet.



Steinmeier: „Kämpfer für Frieden und Menschenrechte“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den verstorbenen früheren UN-Generalsekretär Kofi Annan als "sanften, aber hartnäckigen Kämpfer für Frieden und Menschenrechte" gewürdigt. "Er glaubte an eine bessere Zukunft und arbeitete bis ins hohe Alter daran, Gewalt zu beenden und Frieden zu stiften", schrieb Steinmeier am Samstag in einem Kondolenzschreiben an den derzeitigen UN-Generalsekretär Antonio Guterres.

"Viele Menschen werden wie ich seine menschliche Wärme, seinen unerschütterlichen Optimismus trotz aller Widrigkeiten, und seine persönliche Zugewandtheit sehr vermissen", hieß es darin weiter. "Er hatte die besondere Gabe, sich des Leids eines jeden Einzelnen ebenso anzunehmen wie den großen Fragen der internationalen Ordnung." Steinmeier äußerte die Hoffnung, dass die Vereinten Nationen das Erbe Annans "in Ehren halten und in ihren Bemühungen für eine Welt, in der alle Menschen frei von Armut in Frieden, Sicherheit und Würde leben, nicht nachlassen."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nannte Annan "einen herausragenden Staatsmann im Dienste der Weltgemeinschaft". Weiter erklärte sie am Samstag in Berlin: "Es wird unvergessen bleiben, wie unerschütterlich er für Frieden, Sicherheit, Entwicklung und Menschenrechte eintrat. Dass diese Ziele aufs engste miteinander verknüpft sind, hat er stets betont." Mit seinen Ideen, seinen aufrechten Überzeugungen und seinem Charisma habe Annan neben vielen anderen auch sie inspiriert, hob Merkel hervor. Der Verstorbene habe "nie nachgelassen, sich für das Gute in der Welt zu engagieren".

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) schrieb zum Tod Annans: "Wir trauern um einen großen Visionär und Vorkämpfer für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt." Der aus Ghana stammende frühere UN-Generalsekretär starb am Samstag nach kurzer Krankheit im Alter von 80 Jahren, wie die Kofi Annan-Stiftung in Genf mitteilte.

Weltweite Trauer um den Friedensnobelpreisträger

Die britische Premierministerin Theresa May hat den ehemaligen UN-Generalsekretär Kofi Annan als „große Führungspersönlichkeit und Reformer“ der Vereinten Nationen gewürdigt. „Er hatte einen enormen Anteil daran gehabt, dass die Welt, die er verlassen hat, ein besserer Ort ist, als die, in die er hineingeboren wurde“, teilte May im Kurznachrichtendienst Twitter mit.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres würdigte Annan als eine "treibende Kraft des Guten". In vielerlei Hinsicht habe sein Vorgänger die Vereinten Nationen verkörpert. Die UNO habe er mit "unvergleichlicher Würde und Entschlossenheit" angeführt.

Für UN-Menschenrechtskommissar Zeid Ra'ad Al Hussein war der Verstorbene das "beste Beispiel der Menschlichkeit", der "Inbegriff von menschlicher Würde und Anmut". In einer Zeit mit Führungspersönlichkeiten, denen dies abgehe, sei Annans Verlust umso schmerzlicher.

"Die UNO und die Welt haben einen ihrer Giganten verloren", erklärte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Annans Wärme sei nicht als Schwäche misszuverstehen. Der russische Präsident Wladimir Putin erklärte, er habe Annans "Weisheit und Mut" ehrlich bewundert, ebenso seine Fähigkeit, auch in schwierigsten Situationen "überlegte Entscheidungen" zu treffen.

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter: "Wir werden nie seinen ruhigen und entschlossenen Blick vergessen, ebenso wenig wie die Kraft seiner Kämpfe." Er nannte Annan "einen herausragenden Staatsmann im Dienste der Weltgemeinschaft". Mit seinen Ideen, seinen aufrechten Überzeugungen und seinem Charisma habe Annan neben vielen anderen auch sie inspiriert, hob Merkel hervor.

Für den spanischen Regierungschef Pedro Sánchez ist ein "großer Humanist von uns gegangen". Annans Vermächtnis bestehe darin, für Frieden, Sicherheit und Menschenrechte zu arbeiten.EU-Entwicklungskommissar Neven Mimica twitterte: "Er war eine große Quelle der Inspiration für uns alle. Er wird uns sehr fehlen."

Der ghanaische Präsident Nana Akufo-Addo ordnete eine einwöchige Staatstrauer zu "Ehren eines unserer größten Landsmänner" an. Der regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC) würdigte Annan als "großen Freund des südafrikanischen Volks" und "bedeutenden Sohn Afrikas". Die von Annan mitgegründete Gruppe The Elders (Die Ältesten) zur Lösung globaler Probleme würdigte den ehemaligen UN-Generalsekretär als "Stimme mit großer Autorität und Weisheit in der Öffentlichkeit und im privaten Bereich". Annans Engagement für Frieden und Gerechtigkeit werde auch künftige Generationen inspirieren.

Kofi Annan ist am Samstag im Alter von 80 Jahren gestorben. Der ehemalige UN-Generalsekretär sei nach kurzer Krankheit friedlich eingeschlafen, erklärte seine Stiftung in Genf. Annan wurde 80 Jahre alt. Seine Familie, neben seiner Frau Nane die drei Kinder Ama, Kojo und Nina, hätten die letzten Tage an seiner Seite verbracht. Annan war am 8. April 1938 im späteren Ghana geboren worden. 1962 begann Annan seine Diplomatenkarriere, die 1996 mit seiner Wahl zum siebten UN-Generalsekretär gekrönt wurde. 2001 wurde ihm gemeinsam mit den UN der Friedensnobelpreis verliehen. Nach seiner Pensionierung lebte Annan in seiner Wahlheimat Genf und engagierte sich über seine Stiftung weiterhin für Frieden in der Welt.

(dafi/epd/dpa)