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Aus Neunkirchen stammender Islamist festgenommen

Mit diesem Fahndungsplakat warnte das BKA 2008 vor al Mallah. Foto: BKA
Mit diesem Fahndungsplakat warnte das BKA 2008 vor al Mallah. Foto: BKA
Saarbrücken. Fast vier Jahre war Houssain al-Mallah (26), ein staatenloser Libanese, der Wurzeln in Neunkirchen hat, abgetaucht. Ermittler von Staats- und Verfassungsschutz gingen davon aus, dass der Islamist mit besten Kontakten zur Islamistischen Dschihad-Union (IJU) sich wiederholt in pakistanischen Terrorcamps aufgehalten hat Von SZ-Redakteur Michael Jungmann

Saarbrücken. Fast vier Jahre war Houssain al-Mallah (26), ein staatenloser Libanese, der Wurzeln in Neunkirchen hat, abgetaucht. Ermittler von Staats- und Verfassungsschutz gingen davon aus, dass der Islamist mit besten Kontakten zur Islamistischen Dschihad-Union (IJU) sich wiederholt in pakistanischen Terrorcamps aufgehalten hat. In der letzten Woche ging der mit internationalem Haftbefehl gesuchte al-Mallah eher zufällig den türkischen Behörden ins Netz. Von einer "Pass-Angelegenheit" ist die Rede, wenn nach dem Grund für die Festnahme des als hoch gefährlich eingestuften Islamisten gefragt wird. Wie es heißt, sitzt der 26-Jährige, der in Neunkirchen einen Wohnsitz hatte, in der türkischen Hafenstadt Izimir hinter Gittern. Eine Bestätigung für die Festnahme gibt es von der Bundesanwaltschaft noch nicht. Deren Sprecher Marcus Köhler sagte, es gebe Hinweise, dass al-Mallah in der Türkei festgenommen worden sei. Ob es sich bei dem Inhaftierten tatsächlich um den seit 2008 Gesuchten handele, werde jetzt abgeklärt.Al-Mallah wird zum früheren Umfeld des in Saarbrücken inhaftierten Daniel Schneider gezählt, der mit der Sauerland-Gruppe 2007 Sprengstoffanschläge in Deutschland geplant hatte. Schneider stammt aus Neunkirchen, lebte vor seiner Inhaftierung im Saarbrücken-Herrensohr und teilte sich eine Wohnung mit dem 2010 in Pakistan getöteten Konvertiten Eric Breininger. Nachgewiesen sind frühere Kontakte al-Mallahs zu Schneider und zu Breininger, der noch vor den von der Sauerland-Gruppe geplanten Anschlägen in Richtung Ägypten ausgereist war. Al-Mallah war bereits im Sommer 2007 auf dem Weg in ein Terrorcamp in Pakistan aufgegriffen und nach Deutschland ausgeflogen worden. Ein Haftbefehl gegen ihn existierte damals nicht. Er blieb einige Wochen im Saarland, reiste dann angeblich zu Breininger nach Ägypten. Wenige Monate später warnte das Bundeskriminalamt mit Plakaten internationale Organisationen in Afghanistan vor dem Duo.




Mit diesem Fahndungsplakat warnte das BKA 2008 vor al-Mallah. Foto: BKA
Mit diesem Fahndungsplakat warnte das BKA 2008 vor al-Mallah. Foto: BKA