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Ärzte treten bei Gesundheitskarte auf die Bremse

Mainz/Berlin. In der langen Geschichte der elektronischen Gesundheitskarte drohen weitere Verzögerungen. Die deutsche Ärzteschaft sprach sich zum Abschluss des Ärztetags am Freitag in Mainz für eine sorgfältige Erprobung aus. Die Ergebnisse der Tests müssten erst abgewartet werden. Wie in den vergangenen Jahren zweifelte eine Mehrheit der Delegierten an der Konzeption der Karte

Mainz/Berlin. In der langen Geschichte der elektronischen Gesundheitskarte drohen weitere Verzögerungen. Die deutsche Ärzteschaft sprach sich zum Abschluss des Ärztetags am Freitag in Mainz für eine sorgfältige Erprobung aus. Die Ergebnisse der Tests müssten erst abgewartet werden. Wie in den vergangenen Jahren zweifelte eine Mehrheit der Delegierten an der Konzeption der Karte. Die mit Foto und Speicherchip versehene Gesundheitskarte soll weniger Papierkrieg in der Praxis, Klarheit über die Vorgeschichte von Schwerkranken und sinkende Kosten bringen. Die Ärzte versicherten, weiter konstruktiv und kritisch daran mitzuarbeiten. "Sorgfalt geht vor Schnelligkeit", betonte ein Sprecher der Ärztekammer allerdings. So dürften die Tests noch nicht Bestandteil eines Online-Betriebs der Karte werden. Die Ärzte wollen mit der neuen Karte und den dahinter stehenden Netzwerken nur freiwillig online gehen - aber nicht dazu verpflichtet werden. Eine Pflicht hatten die Krankenkassen gefordert. Ärztevertreter warnten davor, dass einzelne Kassenärzte am Ende wohl gar ihre Zulassung abgeben könnten, wenn sie zum Verschicken von Daten via Netzwerke gezwungen würden. Nach dem Fahrplan, der den Ärzten vorschwebt, sollen erst nach erfolgreichen Tests Kartenlesegeräte breit an die Praxen ausgegeben werden. "Diese Verzögerung ist in Kauf zu nehmen", erklärten die Ärzte. Erst wenn 95 Prozent der Praxen Lesegeräte hätten, sollten die Kassen die Karten an die Versicherten ausgeben. dpa