Zwischen Brauchtum und Kommerz

Eine Ausstellung über ein Sammelsurium von Nikoläusen zeigt die Bibliotheca Bipontina. Eröffnung ist heute Abend mit einem Vortrag von Alt-Oberbürgermeister Helmut Reichling.

Ob sich die Bibliotheca Bipontina wohl zum Weihnachtsmarkt oder -basar gewandelt haben mag, werden sich einige Besuchende angesichts der Kohorten von Nikoläusen und Weihnachtsmännern fragen, denen man nun hier in der Vorweihnachtszeit gegenübersteht. Die vielen Exponate zeigen, wie aus Brauchtum ein großes Geschäft wurde, weist Bipontina-Leiterin Sigrid Hubert-Reichling auf die heute beginnende Ausstellung "Sankt Nikolaus: Zwischen Brauchtum und Kommerz" hin.

Zeitlich zurückgehend bis in das frühe 20. Jahrhundert, entstammen die ausgestellten Darstellungen des Kinderbeschenkers unterschiedlichsten Ländern, wurden aus Papier, Glas, Holz, Metall, Textilien und vielen anderen Materialien mehr hergestellt und spiegeln eine große Palette von Verwendungsmöglichkeiten vom reinen Dekor bis zum Haushaltsgegenstand wider.

Eine ganze Versammlung von Nikolaus-Räuchermännchen gibt es ebenso wie Baumanhänger oder Kerzenständer als Vertreter der traditionellen erzgebirgischen Schnitzkunst zu sehen. Sticker und Karten aus dem viktorianischen England werden mit modernen, ironischen oder angeblich witzigen Weihnachtsgrüßen konfrontiert. Neben überkommenen Tondarstellungen des heiligen Nikolauses, gekleidet im aufwendigen Bischofsornat, stehen modernste minimalistische Figuren, die in ihrer Einfachheit alle Zwischenstationen mehr oder weniger großen Weihnachtskitsches vergessen zu machen versuchen. Hubert-Reichling: "Die Vielfalt von Zeit- und Nationalgeschmack des Ausgestellten ist groß, eine (kunst-) historische Wertung soll bewusst nicht vorgenommen werden; die Betrachtenden mögen selbst urteilen. Angesichts ähnlicher eigener Objekte werden sicherlich hie und da Erinnerungen an mit diesen verbundene weihnachtliche Erlebnisse wachgerufen." Alle Exponate seien über Jahre hin mit viel Engagement zusammengetragen worden. Sie entstammen der Sammlung von Sara Johannsen und wurden dem Verein der Zweibrücker Rosenfreunde zur Verfügung gestellt. Charakterisierungen, Gruppierungen und die Geschichte des Nikolauses erklärende Texte der Präsentation stammen von Johannsen.

Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung heute um 19.30 Uhr wird Professor Helmut Reichling die Geschichte jener Gestalt darstellen, die in den Vitrinen in so vielfältiger Form vertreten ist, und klären, "wie aus einem schwarzen Schiffsjungen der Weihnachtsmann wurde".

Geöffnet ist die Ausstellung in der Bibliotheca Bipontina, Bleicherstraße 3 in Zweibrücken , bis 19. Februar montags bis freitags 8-13 Uhr sowie montags, mittwochs und freitags 14-17 Uhr.