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Zweibrücker Werner Baumann spurt Langlauf-Loipe im Fasaneriewald

Zweibrücker Werner Baumann spurt Langlauf-Loipe : Langlauf-Spaß im Fasaneriewald

Wenn es schneit, ist der Zweibrücker Werner Baumann nicht mehr zu halten. Das Herz des Ski-Enthusiasten schlägt für den Langlauf. Davon profitierten am vergangenen Wochenende auch andere Freunde des Wintersports.

„So viel Schnee und so viele Tage am Stück hatten wir in Zweibrücken bestimmt zehn Jahre nicht mehr“, rechnet Werner Baumann nach. Der Ski-Fan hatte gleich zu Beginn zusammen mit seiner Ehefrau Nataliia und dem dreieinhalbjährigen Sohn David eine Loipe im Waldeinschnitt oberhalb der Fasaneriemauer gespurt. „Da waren schon einige unterwegs am Wochenende“, hat der langjährige Amateur-Skilehrer beobachtet und sogar Skiläufer aus Pirmasens angetroffen, die auf der einen Kilometer langen Spur mit leichtem Anstieg und Gefälle ihrem Winter-Hobby frönten.

„Wenn es noch einmal so schneit und abzusehen ist, dass der Schnee liegen bleibt, spure ich sofort die lange Strecke oberhalb der Tschiffliker Dell in Richtung Contwig. Das sind fünf bis sechs Kilometer mit allen Schikanen von mittelschwer bis anspruchsvoll, die das Langläuferherz höher schlagen lassen. Und die Aussicht ist schöner“, plant der 70-jährige Zweibrücker. So vermisse das Ehepaar seinen regelmäßigen Winterurlaub im Schwarzwald oder in den Schweizer Alpen nicht ganz so sehr.

Muggenbrunn im Südschwarzwald, im Einzugsgebiet des Feldbergs, war viele Jahre lang fast Werner Baumanns zweites Zuhause. Dort kennt er jede Abfahrt und jede Loipe, ebenso wie in seinem Lieblings-Skigebiet Davos. Hier hat der leidenschaftliche Skifahrer bereits mit etlichen bekannten und weniger bekannten Zweibrückern den Spaß an seinem Hobby geteilt und sie ebenso von der herrlichen Schneewelt begeistert.

„Werner fährt immer“, lacht Nataliia Baumann. Die gebürtige Ukrainerin kam vor sechs Jahren an der Seite ihres Mannes zum Wintersport. Am ersten Tag übte Werner Baumann, der einen Ruf als harter und herzlicher, vor allem effizienter Skilehrer genießt, auf einer 500-Meter-Loipe mit ihr. „Qualität kommt von Quälen“, lacht dieser ungerührt. Am nächsten Tag lief das Paar gleich 18 Kilometer weit. „Meine Frau ist ein Naturtalent“, berichtet der erfahrene Ausbilder stolz. Seitdem schlägt auch Natatliias Herz für den Langlauf. Und selbst der Kleine stehe bereits sicher auf den Brettern, auf denen bereits sein großer Halbbruder einst erste Ski-Erfahrungen sammelte.

„Bernd wurde damals in seinem ersten Jahr gleich rheinland-pfälzischer Landesmeister und danach noch rund 15 Mal“, erzählt sein Vater, der auch hier die Grundlagen vermittelt und am Feinschliff mitgewirkt hat. Mittlerweile lebt der Sohn in der Schweiz, wo ja etwas mehr Schneesicherheit herrscht.

„Das liegt bei uns im Blut“, sagt Werner Baumann über seine Ahnen im schweizerischen Grindelwald. Bereits als kleiner Bub hatte er vom Skilaufen geträumt. „Ich war wohl so acht, als mein Großvater Otto mir meine ersten Skier geschenkt hat“, erinnert er sich. Selbst geschnitzte Bretter, die er sich mit Lederriemen unter die Füße band und damit in Hengstbach den Hang hinunter glitt.

Auch, wenn die Karriere des langjährigen Mitglieds im Ski-Club Zweibrücken mit der Abfahrt begann, ist Langlauf für ihn doch das „eigentliche Skilaufen“. Sei es doch hervorragend geeignet für eine umfassende Grundfitness, Gleichgewicht-, Ausdauer- und Koordinationsschulung. Und gleichzeitig ein entspannter Genuss in der herrlichen, verschneiten Natur.

Dichter Nebel rund um das Feldberggebiet hatte vor gut 20 Jahren das alpine Abfahren verhindert. Um die Urlaubswoche nicht zu vertun, hatte sich der Autodidakt kurz entschlossen auf Langlauf-Skier gestellt und seine große Liebe dazu entdeckt. Jahrelang hat er mit Zweibrückern gemeinsame Ski-Urlaube organisiert und sogar auf der Fasanerie-Loipe seinem und Nataliias Freundeskreis das Einmaleins des Langlaufs beigebracht.

Kommt Werner Baumann ins Erzählen, vergeht die Zeit wie im Flug: So viele Erinnerungen lustiger Begebenheiten an Skiliften, auf der Piste oder beim Après-Ski machen den pensionierten Leiter der Immobilienabteilung einer regionalen Bank zu einem interessanten Gesprächspartner. Er zwinkert: „Wir haben immer Skiausrüstungen in unterschiedlichen Größen auf Lager, falls es jemand ausprobieren möchte.“