Zweibrücker werden weniger

Zweibrücken. Wie im Landesdurchschnitt geht auch in Zweibrücken die Bevölkerung in den nächsten Jahrzehnten zurück (wir berichteten)

Zweibrücken. Wie im Landesdurchschnitt geht auch in Zweibrücken die Bevölkerung in den nächsten Jahrzehnten zurück (wir berichteten). Nach den Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems sinkt die Zahl der Einwohner in der Rosenstadt bis 2030 in einer mittleren Variante auf 29 963, in der pessimistischen Berechnung sind es noch mal 650 Einwohner weniger und nur in der optimistischen Berechnung bleibt die Einwohnerzahl 596 über 30 000. Ausgangspunkt war die Zahl Ende 2010 mit 33 944 Einwohnern.Bis 2060 rechnen die Statistiker des Landesamtes mit einem weiteren Rückgang auf 24 116 (mittlere Variante), 22 329 (pessimistische Variante) oder 25 765 (optimistische Variante).

Mit dem Rückgang von rund zehn Prozent in der mittleren Variante bis 2030 liegt Zweibrücken im breiten Feld der rheinland-pfälzischen Städte und Landkreise. Bei 17 liegt der Rückgang zwischen sechs und zwölf Prozent. In der Vorderpfalz geht die Bevölkerung weniger zurück. In Mainz und Trier sowie dem Umland sowie in Landau und Neustadt steigt die Bevölkerung in den nächsten 18 Jahren sogar an. Massiv (über zwölf Prozent) zurück geht die Bevölkerung in den Kreisen Birkenfeld und Kusel sowie am stärksten im Kreis Südwestpfalz und in Pirmasens.

Bis 2060 hat Pirmasens in allen Varianten nur noch wenige hundert Einwohner mehr als Zweibrücken. 1970 hatte Pirmasens mit fast 58 000 rund 20 000 Einwohner mehr als Zweibrücken (38 339). 1990 waren es noch 14 000 und Ende 2010 noch 6000 Einwohner mehr. Im Landkreis Südwestpfalz sinkt die Einwohnerzahl von fast 99 000 im Jahr 2010 in der mittleren Variante über 83 211 (2030) auf 63 244 (2060). In der pessimistischen Berechnung unter 60 000.

"Die Politik kann nur Voraussetzungen schaffen, damit der Rückgang geringer ausfällt", kommentiert Oberbürgermeister Kurt Pirmann die Zahlen. Zum einen gelte es, eine gute Infrastruktur in der Stadt anzubieten. Dazu zählt Pirmann Kindergartenplätze, Schulen, medizinische Versorgung. In den Bereichen sei Zweibrücken "gut aufgestellt". Gerade Kindergartenplätze und Schulen wären für junge Familien ein Kriterium bei der Wohnortwahl. "Den Standard müssen wir auch in Zukunft halten." Angesichts des Rückgangs der Geburtenzahlen setzt Pirmann auf Zuzüge. Dabei gilt für den Zweibrücker Oberbürgermeister der Grundsatz: "Die Leute folgen der Arbeit." Deshalb müsse neben der Schaffung der Infrastruktur die Ansiedlung von Unternehmen mit entsprechenden Arbeitsplätzen das Hauptanliegen auch der Kommunalpolitik sein. Kurt Pirmann: "Das ist ein Schwerpunkt der Stadtpolitik in den nächsten Jahren." Die Bevölkerungsentwicklung ist zum einen geprägt durch den Rückgang der Einwohnerzahl und zum anderen, durch das älter werden der Einwohner. Auch hier müsse die Politik durch einige Maßnahmen reagieren, um die Stadt für ältere Menschen interessant zu machen. Insbesondere wenn man den Rückgang der Bevölkerung auf dem Land betrachtet. In den nächsten Jahrzehnten werden auch viele ältere Landbewohner in die Stadt ziehen.