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Zweibrücker Tierheim in Zeiten der Corona-Pandemie

Mehr Zeit für Spaziergänge mit den Hunden : Tierheim muss ohne Besucher auskommen

Neben anderen Kleintieren werden aktuell 19 Hunde und 30 Katzen im Zweibrücker Tierheim versorgt – derzeit unter erschwerten Bedingungen. Um die finanziellen Verluste etwas abzufangen, bietet der Tierschutzverein an den Feiertagen „Kontaktlose Ostergrüße per Post“ an.

Viele Tierfreunde fragen sich, wie es nun mit den Tieren im Zweibrücker Tierheim weitergeht. Zwar sind die Tiere nicht direkt vom Coronavirus betroffen, die Auswirkungen sind aber auch dort natürlich spürbar. Und für den Tierschutzverein, der sich sonst über jede helfende Hand freut, heißt es nun, umzustrukturieren.

Im Tierheim selbst geht die Versorgung der Tiere täglich weiter. Allerdings ohne Besucher oder Helfer. „Das ist der einzige Weg, alles einzuhalten“, berichtet Nadine Bender, Vorsitzende des Tierschutzvereins. Zwar ist das Team normalerweise froh um jeden Besucher, der mit den Hunden Gassi geht oder anderweitig hilft, doch führt das an manchen Besuchstagen, insbesondere samstags, auch zu jeder Menge Betrieb auf dem Tierheimgelände. Und den gilt es ja gerade zu vermeiden.

Die Tierpfleger (vier Angestellte, zwei Auszubildende) sind aber nach wie vor vor Ort und versorgen die Tiere. Neben anderen Kleintieren sind das aktuell 19 Hunde und 30 Katzen, die zur Vermittlung stehen. Dadurch, dass der Besucherverkehr wegfällt, um den sich die Tierpfleger ja sonst auch kümmern müssen, haben die nun mehr Zeit, die in Spaziergänge mit den Hunden oder Vergesellschaftungsversuche investiert werden kann.

Da aber auch das Tierheim-Team nicht abschätzen kann, wie lange diese Vorkehrungen getroffen werden müssen, soll die Tiervermittlung nicht ausgesetzt werden. Nach wie vor können Tiere vermittelt werden. Jedoch erfordert dies nun eine Umorganisation. Interessenten werden demnach gebeten, sich erst telefonisch oder per E-Mail (siehe Info) an das Team zu wenden, um zunächst zu prüfen: ist überhaupt etwas Passendes da? Und gegebenfalls einen Termin zu vereinbaren.

Die Besucher und Gassigeher zeigen bisher dafür Verständnis und lassen sich andere Möglichkeiten einfallen, die Tiere zu unterstützen, beispielsweise mit Futterspenden, die sie vor der Tierheimtür abstellen.

Auch der beliebte Kuchenverkauf, der jedes Jahr am Ostersamstag in der Zweibrücker Fußgängerzone stattfindet, musste nun abgesagt werden. Jedes Jahr erwirtschaftet der Verein damit Einnahmen, die den Tieren oder damit verbundenen Projekten zugutekommen. Doch das Tierheimteam hat sich bereits etwas anderes einfallen lassen: Kontaktlose Ostergrüße per Post. „Ostern macht auch vor Corona nicht halt“, teilte Schriftführerin Sarah Euler mit. „Wir sorgen dafür, dass Eure Ostergrüße bei Euren Lieben ankommen … ganz und gar kontaktlos, aber mit viel Herz. Ob nah oder fern“, schreibt sie weiter.

In der Praxis bedeutet das, dass Menschen, die das Tierheim unterstützen wollen, zwischen zwei Osterkörbchen (klein: 12 Euro und groß 19 Euro) mit abwechslungsreicher und österlicher Füllung wählen können. Der Versand erfolgt per Post. Das soll auch die Online-Flohmarkt-Auktion ersetzen, die nun ebenfalls aus Sicherheits- und Organisationsgründen nicht im gewohnten Rahmen stattfinden kann. Bestellungen der Osterkörbchen sollten bis zum ersten April erfolgen, damit die Päckchen am sechsten April an die Post übergeben werden können.

Die Aktion findet sich bei Facebook in der Gruppe „Auktionen zugunsten des Zweibrücker Tierheims“. Auf der Facebookseite des Tierschutzvereims informiert das Team übrigens regelmäßig mit Videos über die Tiere im Tierheim.

Mit einer Falschnachricht möchte Nadine Bender jedoch unbedingt aufräumen. Immer öfters verfolgt sie in den sozialen Medien, dass Menschen behaupten, verantwortungslose Tierbesitzer würden Tiere angeblich aufgrund der Ansteckungsgefahr abgeben. „Das ist nicht der Fall“, erklärt sie. Auch bei anderen Tierheimen habe sie sich umgehört und keine Bestätigung für dieses Gerücht finden können.