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Zweibrücker Rosenkönigin Annika I bei der Stadtgalerie.2

Serie Künstler der „StadtGalerie.2“ : Die künstlerische Seite der Rosenkönigin

Auch Bilder von Annika I. sind bis Monatsmitte in der Stadt zu sehen.

„Ich habe immer schon gemalt“, lacht Annika Allgeier, besser bekannt als Rosenkönigin Annika I. Schon die Vierjährige griff gerne zu knalligen Farben. Sie und die strahlende Farbintensität sind bis heute eines der Markenzeichen der mittlerweile 25-jährigen Künstlerin. Vor zehn Jahren nahm Elisabeth Jensen bei ArteFaktura in der Dorndorf sie unter ihre Fittiche. Mit zwei, drei Bildern durfte sich das junge Talent an der ArteFaktura Ausstellung unten im Stadtmuseum beteiligen und so ist die „StadtGalerie.2“ auch das zweite Mal, dass sie ihre Bilder öffentlich präsentiert.

Dafür ausgewählt hat sie unter ihren mittlerweile 40 bis 50 Werken die eher kleinformatigen Bilder ihrer Aqua-Reihe, die im vergangenen Jahr entstand. Sie erzählt: „Ich bin bei der ersten StadtGalerie mit einer Künstlerin ins Gespräch gekommen und war so begeistert von ihrer Pouring-Technik. Die hat mich einfach gereizt.“

In den Semesterferien wagte sie sich an das farbaufwändige Gießverfahren heran und begann zu experimentieren. Gemäß ihrer Lebensweisheit „Ein Künstler ist ein Mensch, der aus einem Fehler etwas Gutes machen kann“, zauberte sie aus dem Erstversuch mit zu nasser Farbe einen roten Fisch. Und probierte weiter, bis bereits beim nächsten Bild die gewünschte Zellbildung mit der Tropfenoptik entstand.

Den Frosch hat sie, wie viele andere Frösche auch, für ihre Mutter Annemarie gemalt. Als „Goldkind“ veredelte sie jedes Bild mit dem strahlenden Edelmetall, besonders gut zu sehen auf dem Panzer der Meeresschildkröte, auf dem Kopf des Frosches oder dem Rücken des Rochen. „Ich benutze meist Vorlagen, andere Bilder oder Fotografien“, beschreibt sie ihre Vorgehensweise. Wie auch bei den Arbeiten in der Kunstschule, wird die Vorlage allerdings in schwarz-weiß gewandelt und dann nach ihren eigenen Farbvorstellungen coloriert.Während die meisten Maler zunächst grundieren, lässt Annika I. Die Acryl-Farben gerne sofort ineinander verlaufen, sich harmonisch verbinden und gestaltet daraus den Hintergrund.

Neben Tieren oder witzigen Comicfiguren haben es ihr vor allem stimmungsvolle Landschaften und Gebäude mit ihrer Ausstrahlung angetan. Als erste Auftragsarbeit hat sie mit 15 Jahren bereits für ein Brautpaar eine Brücke in Venedig gemalt, als Erinnerung an den Heiratsantrag dort. „Ich will mit meinen Bildern Menschen berühren“, wünscht sich die Künstlerin. Ihr selbst gefallen Bilder, die Gefühle wecken, wie etwa die ihres Vorbilds, des Israelischen Malers Leonid Afremov, der extreme Farben ebenso liebt, wie sie selbst.

In einer weiteren Serie hat die BWL-Studentin auf Schraubdeckeln von Flaschen die Orte verewigt, an denen sie bereits war: Amsterdam, die zwölf Apostel in Australien, London, Paris, Neuseeland und natürlich Zweibrücken. Außerdem das Taj Mahal als Zukunftsvision.

Bereits das Kind wusste genau, was es wollte: „Entweder mach ich was mit Kunst oder ich werde Boss.“ Nachdem die Kunstschule in Saarbrücken ihre Bewerbung ablehnte, begann die freiheitsliebende junge Frau statt Kunst zu studieren mit einem Wirtschaftsstudium. Annika I. sieht sich selbst ein bisschen als Lebenskünstlerin. Sie ist überzeugt: „In meinem Leben ist noch nichts Schlimmes passiert.“ Denn oft schon kurze Zeit später habe sie jeder Enttäuschung eine positive Seite abgewinnen können.

So lässt sie ihren kreativen Geist und ihre künstlerische Ader etwa in ihre Power-Point-Präsentationen oder Vorträge einfließen. Dafür erhalte sie viel Lob von ihren Professoren, weil diese so „ganz anders sind, als andere“, bunt und farbenfroh. So, wie ihre Bilder, die ihren freudigen Blick auf die Welt spiegeln.

Nach ihrem Umzug in eine neue Wohnung arbeitet sie aktuell an einem Bild für sich selbst, nämlich an der berühmten „Auferstehung der Venus“ nach Sandro Boticelli – natürlich in ihrer eigenen Interpretation im Annika-Style.

Die Aqua-Reihe von Annika Allgeier ist während der StadtGalerie.2 bis 18. Oktober im Obergeschoss der Hallplatzgalerie auf der rechten Seiten zu sehen.