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Zweibrücker Krippenweg: Hans Bucher

Serie Zweibrücker Krippenweg : Ein Schmuckstück aus Gebrauchtem

In einer Serie stellt der Merkur einige der Krippen vor, die in Zweibrücker Schaufenstern zu sehen sind. Heute: Hans Bucher

Wer eine Weihnachtskrippe basteln will, braucht dazu kein Holz zu kaufen. Eine „Recycling-Krippe“ aus ausgedienten Obstkisten ist nicht nur umweltfreundlicher, sondern zugleich authentischer. Findet Hans Bucher. Deshalb hat der Contwiger bei seinen Weihnachtskrippen auch Pfosten selbst zusammen geklebt und das lückenhafte Kistenholz zu Rück- und Seitenwänden sowie als Dachunterlage verarbeitet. „Das war ein Stall, da hat‘s gezogen“, will der 69-jährige Contwiger mit seinen Krippen das Geschehen in Bethlehem bibeltreu vermitteln. Aus Material, das man sonst wegwerfen würde, entstehe so etwas Schlichtes, kein „halbes Wohnhaus mit Balkon“. Da kommt dem begeisterten Hobby-Bastler das aufgerauhte Kistenholz gerade recht. Allerdings hat er das helle Grundmaterial gebeizt, um den Eindruck von etwas Alten, Verwitterten entstehen zu lassen. Mit Bastelgips wurde ein Stückchen verputzt. Für das Grün kaufte er günstig einen Restposten auf, weil Naturmoos ausfahlt, doch das Stroh ist echt. Seine Idee dahinter: „Ich bastel viel, einfach aus Spaß an der Freud. Wenn jemand eine Krippe erwerben möchte, soll sie vom Materialwert her so günstig sein, dass sie sich jeder leisten kann.“

Der gelernte Bäcker, der lange in einer Zweibrücker Traditionsbäckerei mit dem Brezelbacken seine Brötchen verdiente, bezeichnet sich selbst als „Weihnachtsfreek“. Vor gut zehn Jahren begann er mit seinen Bastelarbeiten für Weihnachten. Anfangs waren es Adventskränze aus selbst gesammelten Eicheln oder Kiefernzapfen. Dann versuchte er sich an seiner ersten Krippe. „Das ist kein Hexenwerk. Das Problem sind die Figuren“, kann er sich auch Auftragsarbeiten für vorhandene Krippenfiguren oder Ergänzungen für Krippen vorstellen. Für ihn gehört die Weihnachtskrippe auf keinen Fall unter den Christbaum. „Sie ist ein wichtiger Begleiter während der Adventzeit, eine Art Einleitung und Hinführung auf Weihnachten“, sieht er in der Krippe einen wichtigen Beitrag zur Einstimmung auf das Heilige Fest. Dem evangelischen Christen ist allerdings wichtig, dass bibelkonform auch erst am Heiligen Abend Maria und das Kind aufgestellt werden. Und die Figuren passen. Deshalb bevorzugt Hans Bucher arabische Figuren. „Das ist für mich das Idealbild.“ Um den Kindern eine Freude zu bereiten, hat er seine zweite Krippe bei Thalia mit Kinderfiguren, die an alte Abziehbildchen erinnern, ausgestattet. Ein drittes Werk steht in der Änderungsschneiderei von Jitka Mayer. Auch hier macht der gelbe (wasserlösliche) Stern auf dem Boden vor dem Fenster auf die Krippe aufmerksam. Der Zweibrücker Grafiti-Künstler Peter Schaumburger hat mittlerweile alle mehr als 50 Krippenstandorte entsprechend markiert.

Recycling-Krippe, ausgestellt von Hans Bucher im Naturkostladen in der Rosengartenstraße