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Zweibrücker Gregor Siefert baut Nistkästen für Meisen

Zweibrücker Gregor Siefert baut Nistkästen für den Nabu : Nistplätze für geschwächte Meisen

Nachdem eine Lungenkrankheit die Meisenpopulation erheblich reduziert hat, fordert der Naturschutzbund (Nabu) dazu auf, Nistkästen aufzuhängen. Abiturient Gregor Siefert hat für den Nabu welche gebaut. Holzspenden für weitere Exemplare sind willkommen.

Vogelfreunden mag es bereits aufgefallen sein, wenn sie die muntere Schar um ihre Winter-Futterstellen beobachtet haben: In diesem Jahr sind deutlich weniger Meisen zu Gast. „Viele Blaumeisen sind im Frühjahr an einer bakteriellen Lungenkrankheit gestorben“, weiß Miriam Krumbach vom Naturschutzbund (Nabu) Zweibrücken. Deshalb ruft der Nabu dazu auf, Meisenkästen aufzuhängen, um den fröhlichen Gartenbewohnern einen Nistplatz zu bieten. Denn die Blaumeisen übernehmen eine durchaus wichtige Aufgabe. Miriam Krumbach erklärt: „Es gibt Berichte, dass Meisen Raupen der Eichenprozessionsspinner fressen.“ Ein sehr willkommener Dienst, denn die giftigen Schädlinge machen den Menschen in den letzten Jahren zunehmend zu schaffen. Deshalb also sei besonders hilfreich und wichtig, Meisenkästen in der Nähe von Eichenbäumen aufzuhängen. „Sie sollten in keinem Garten und auch in keinem Wald fehlen“, unterstreicht die Pädagogin. Sie und der Nabu hoffen, dass dadurch das Fällen einiger Bäume verhindern werden könne. Und jeder Baum zähle.

Dem Aufruf, Meisenkästen zu bauen, kam Gregor Siefert nach. Der junge Zweibrücker hat gerade sein Abitur in den Leistungsfächern Mathematik, Physik und Erdkunde am Helmholtzgymnasium geschrieben und entsprechend freie Zeit. „Meine Mutter ist Tierärztin. Sie bringt manchmal Babyvögel mit, die aus dem Nest gefallen sind und die ziehen wir hier zu Hause groß, bis sie flügge sind“, erklärt er, warum ihn das Thema sofort angesprochen hat.

Die Familie bewohnt ein Hofgrundstück am Rande von Bubenhausen, wo Hühner, Schafe und andere Tiere in einem Gelände mit Naturgarten, Waldfläche und Steilhang leben. „Hier gibt es immer etwas zu tun. Wir haben vieles selbst gemacht, Zäune zum Beispiel oder Sitzbänke aus Holz“, zählt Gregor Siefert auf. Handwerklich geschickt, war der Bau der Meisenkästen keine große Herausforderung für ihn, zumal er zu Hause auf eine gut ausgestattete Werkstatt zurückgreifen kann.

Er berichtet: „Eigentlich wollten wir alles aus gebrauchtem Holz bauen.“ Da er nur Material für einen Kasten fand, entstanden die übrigen fünf dann doch aus gekauften Brettern aus günstigem Nadelholz. Die Bauanleitung des Nabu vereinfachte er so, dass alle Seiten ungefähr gleich groß waren: 30 Zentimeter hoch und 17 Zentimeter breit beziehungsweise im Quadrat für den Boden.

Als die Bretter am ersten Tag zugesägt waren, ging das Bauen anschließend schnell. Gregor Siefert lacht: „Eine halbe Stunde, dann war der Kasten fertig!“ Er wünscht sich, dass seine Werke jetzt über den Nabu auch tatsächlich verkauft werden. „Wenn das was bringt, dass die dann irgendwo hängen, das wäre super!“

Dank der alten Bäume und des naturnahen Grundstücks hat die Familie selbst keinen Bedarf. Ebenso toll wäre, wenn er noch unbehandelte, gebrauchte Bretter bekäme, um weitere Meisenkästen zu bauen. Denn sein Wunsch, in der Gastronomie noch zu jobben, bis er ein Studium im Bereich Technik oder Informatik beginnen will, liegt aufgrund des Lockdowns aktuell auf Eis. Dennoch hofft er, zum Winterhalbjahr wieder im Präsenzunterricht zu studieren, gerne in einer größeren Stadt. Das würde den begeisterten Handballer reizen.

Bestellen kann man die Meisenkästen zum Preis von 10 Euro beim Nabu Zweibrücken per Mail unter miriamkrumbach@posteo.de. Unter der Telefonnummer (0 63 32) 4 18 77 beantwortet sie gerne Fragen oder bespricht, wo mögliche Holzspenden abgeholt oder angeliefert werden können. Auf der Homepage des Nabu finden sich Tipps, wie man die Nistkästen richtig anbringt, sie reinigt oder sogar selber baut.www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel